Checkliste für Journalistenschulen

Der journalist, die Zeitschrift des DJV, hat eine umfangreiche Liste mit Links zu allen deutschen Journalistenschulen veröffentlicht – inklusive einer Reihe von Punkten, die man bei der Entscheidung für eine Schule beachten sollte. Auch die neue Journalistenschule des Bauer-Verlages ist bereits mit dabei.

Der Spiegel hatte bereits im vergangenen Mai eine Serie über deutsche Journalistenschulen, inklusive Wissenstests. „9,58 und 19,19 – mit welchem Namen verbinden Sie diese Zahlen?“ ist so eine Frage, die etwa die Deutsche Journalistenschule in München (DJS) in ihrem Test stellt – auch die restlichen 23 Fragen sind im Artikel aufgelistet. Zudem berichtet ein DJS-Schüler kurz und bündig über seine Ausbildung zum Redakteur. Etwas ausführlicher unter die Lupe genommen hat der Spiegel Axel-Springer-Akademie und RTL-Journalistenschule.

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Journalistenausbildung: Ernüchternde Fakten

Der Journalist, die Zeitschrift des DJV, widmet sein Maiheft dem Journalismus-Nachwuchs. Er beleuchtet die Ausbildungssituation und die Arbeitsbedingungen in einer Branche, die immer noch viele anzieht – obwohl Zugang, Arbeitschancen und Bezahlung sich seit Jahren verschlechtern. So erhält die Henri-Nannen-Schule jährlich etwa 2100 Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz – nur knapp ein Prozent, nämlich 20, werden letztlich angenommen. Gefragt wurden auch sechs Chefredakteure und Ausbilder, welche Anforderungen sie an neue Kollegen stellen.

Studiengänge, Qualifikationen: Danach suchen TV-Sender

Das Medienmagazin DWDL hat in einer Serie die Situation von Volontären, Azubis und Praktikanten im Fernsehen unter die Lupe genommen. Das Internetjournal fragte z.B. nach, welches Personal die Privatsender suchen (RTL z.B. für Redaktionen sowie IT und Technik) und welches Studium sie empfehlen. Im eben erschienenen dritten Teil geht es darum, ob die vielen neuen, oft stark spezialisierten Medienstudiengänge auch wirklich einen guten Einstieg ermöglichen. Ein ausführlicher, lesenswerter Überblick.

Krise beim Nachwuchs: Weniger Volo-Bewerber

Journalist werden – das wollen offenbar immer weniger Uni-Absolventen. Zwei Artikel – einer von Olaf Sundermeyer im neuen Journalist (kostenlos lesbar nur für DJV-Mitglieder/Abonnenten) und ein weiterer von Christian Meier in der Süddeutschen – befassen sich mit dem Rückgang der Bewerberzahlen für Volontariate und an Journalistenschulen.

Die Stapel der Bewerbungsmappen dort sind demnach kleiner geworden: Schlechte Bezahlung, unsichere Vertragsverhältnisse, mangelnde Perspektiven für Volontäre in vielen Verlagen und Rundfunkhäusern sowie die Krise der Medienbranche allgemein schlagen sich nun offenbar beim journalistischen Nachwuchs nieder. Olaf Sundermeyer nennt als Beispiel den Weser-Kurier in Bremen, wo im ersten Jahresquartal statt der üblichen 250 Volo-Bewerbungen nur etwas mehr als 80 eintrafen. Immer mehr Medieninteressierte würden abwandern in andere Bereiche. „Unternehmensberatungen, Agenturen für Kommunikationsdienstleistungen oder Public Affairs“, so Christian Meier – dort gebe es gutdotierte Stellen. Und diese Unternehmen förderten ihre Mitarbeiter oftmals besser als viele Medienhäuser.

Die Main-Post in Würzburg steuere dem Trend bereits entgegen: Man pflege seine Praktikanten wieder mehr als früher, zitiert Sundermeyer die Ausbildungsbeauftragte der Zeitung. Der Kampf um die guten Köpfe habe den Journalismus erreicht: Dass es immer noch weitaus mehr Bewerber als Ausbildungsstellen gebe, sei nicht das Entscheidende, so Christian Meier. Wichtig sei vielmehr, wer heute überhaupt erst gar nicht mehr in den Journalismus gehe.