Antarktis-Eis und Constructive Journalism in Sachsen: Die Lieb-Links vom Mai

Liebe Blogleser, bei den Lieb-Links vom Monat Mai haben sich viele Artikel zum Thema Journalismus gesammelt – schließlich war European Newspaper Congress. Aber es gibt auch noch anderes: Ein wunderbares Beispiel für Multimediajournalismus ist der neueste Streich der New York Times. Redakteure waren in der Antarktis unterwegs und zeigen sehr anschaulich, wie sich die Eismassen des Kontinents durch den Klimawandel verändern. Fünf Jahre nach Snowfall ein neues, beispielhaftes Projekt mit gut gestalteten Infografiken und Animationen.

 

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„Webvideo lernen, sich was trauen und Haltung zeigen“: Sieben Tipps für frische Freie von Christiane Wittenbecher, Webvideoreporterin (DIE WELT/N24)

Irak, Lesbos, Moskau: Mit ihrer VJ-Kamera und per Periscope-Livestream hat Christiane Wittenbecher schon aus etlichen Ecken der Welt berichtet. In kurzer Zeit hat sie viel an journalistischer Erfahrung gesammelt und war oft beim Start neuer Projekte dabei. Eigentlich seien Medien nie ihr Traumberuf gewesen, doch beim Leipziger Uniradio mephisto 97.6 kam die Begeisterung für Features, Reportagen und Satire im Radio auf. „Erste schmerzhafte Lernerfahrung war, dem Interviewpartner niemals das Reportermikro in die Hand zu geben“, erzählt Christiane. Nach Studium sowie MDR-Volontariat ging sie in ihre Heimat Sachsen-Anhalt zurück. Hier arbeitete sie beim MDR frei für Radio, Fernsehen und Online und entwickelte bereits ein eigenes VJ-Format fürs TV, das wöchentlich ungewöhnlich erzählte Geschichten über schräge und subkulturelle Trends zeigte.

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Christiane Wittenbecher auf dem MediaHackDay bei Springer im November 2014. Sie ist Reporterin im Webvideoteam von WELT und N24. Foto: Martin Heller/Webvideoblog.de

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„Er ist tot. Ich brauch‘ ne zweite Kamera!“ – „Nightcrawler“ mit Jake Gyllenhaal

Filme über das Medienbiz gibt’s nicht all zu viele. Und selten geht es dabei um das Fußvolk, das täglich etliche Minuten Sendezeit oder Seiten füllt. Wie deren Alltag aussehen kann, zeigt derzeit „Nightcrawler“ mit Jake Gyllenhaal in der Hauptrolle. Er spielt Lou Bloom, einen freien VJ, der sich auf Unfälle und Verbrechen spezialisiert hat und die Newsredaktion eines Lokalsenders in Los Angeles beliefert. Weiterlesen

Minireportagen: Drei Beispiele, wie Geschichten in Kürze erzählt werden

Reportagen und Dokus sind die Königsklasse auch im Fernsehen: Der halb- oder einstündige Sendeplatz – das Traumziel vieler Journalisten. Es geht aber auch kürzer, vor allem bei Videoreportagen im Web. Schon gut vier Minuten reichen aus, um das Hauptziel einer Reportage zu erreichen: Einblick in andere Lebenswelten zu geben, von denen Zuschauer sonst ausgeschlossen sind. Weiterlesen

Als Journalist starten: Tipps für frische Freie – diesmal von Klaus Bardenhagen

„Wieso gerade Taiwan?“ Diese Frage hört Klaus Bardenhagen immer wieder, denn sein Arbeitsort klingt für viele sehr exotisch: Seit 2009 lebt er als freier Journalist und VJ auf der Insel und berichtet für Radiostationen, Zeitungen sowie für zdf.info und den NDR. Nach einem Chinesischkurs war er auf der Insel hängengeblieben, inzwischen hat er sich als Taiwanreporter und Crowdfunder einen Namen gemacht.  „Zum einen wollte ich vor Ort weiter Chinesisch lernen, zum anderen ist Taiwan interessanter und wichtiger, als es in deutschen Medien rüberkommt, und es gab dort quasi keine deutschen Korrespondenten.“ Der Start in Fernost lief auch deshalb gut, weil Klaus bereits Erfahrungen als freier Mitarbeiter hatte: „Nach meinem Volo war ich mehrere Jahre beim NDR-Fernsehen und anderen Sendern und kannte das öffentlich-rechtliche System ein Stück weit. So hatte ich Kontakte und wusste, wie Redaktionen ihre Sendungen bauen, nach welchen Kriterien Aufträge vergeben werden“, erzählt er. Weiterlesen

Als Bürger-Journalist unterwegs in Syrien – William Gagan

Wenig Equipment, doch umso mehr Mut: Mit Smartphone, Mikro und einem leistungsstarken Akku reiste der Amerikaner William Gagan durch Syrien, um per Video mehr von der Situation dort zu zeigen. Zum Journalismus gekommen war der gelernte Barkeeper durch die Occupy-Bewegung in den USA – im Fernsehen seien die Proteste nur ungenügend abgebildet worden. Auch die Ereignisse in Syrien, so Gagans Meinung, werden von konventionellen Medien und deren Korrespondenten nicht ausreichend erklärt. Zwar musste er nach kurzer Zeit wieder das Land verlassen, doch Hunderte verfolgten seine Berichte und Tweets, und eines seiner Videos konnte er an die Nachrichtenagentur Reuters verkaufen. Deutschlandradio-Reporterin Hanna Ender hat ihn vor und nach seiner Reise zum Gespräch getroffen. Neben seiner Website sammelt er auf ustream.tv seine Videos und Reportagen, und er twittert unter @WillyFoREal. Dem Fernsehkanal Kron 4 erklärte Gagan, wie er arbeitet.

Ein Universalwerk für’s digitale Zeitalter

Journalismus und Medienbranche stecken im radikalen Umbruch – doch die Lehrbücher sind noch (fast) dieselben wie vor 30-40 Jahren. Ein neues Kompendium muss her, überlegte der Journalist und Dozent Christian Jakubetz laut in seinem Blog – und löste großes Echo aus. Nun sind die ersten Leseproben für das Buch gesammelt, das den Titel „Universalcode – Journalismus im digitalen Zeitalter“ tragen soll. Und der (medienaffinen) Netzgemeinde dürften viele der Autoren gut bekannt sein: Unter anderem Dirk von Gehlen, Blogger und Chef von jetzt.de, Medienjournalistin und Twitterfan Ulrike Langer, der Journalist und Blogger Richard Gutjahr, Simon Kremer, der schon etliche große Multimediareportagen produziert hat. Und: Heribert Prantl ist dabei – er schreibt das Vorwort.  Weiterlesen