Nachholebedarf im Umweltjournalismus

Gibt man bei Google das Stichwort „Umweltjournalismus“ ein, erhält man derzeit 5.450 Treffer, bei Amazon finden sich ganze sechs Bücher. Ziemlich dürr für ein so breites Themengebiet, das uns quasi täglich begleitet. Im Medium Magazin haben Torsten Schäfer und Marie-Luise Braun den Umweltjournalismus hierzulande unter die Lupe genommen – und einigen Nachholebedarf diagnostiziert. Weiterlesen

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Stipendium und Tipps für Journalismus-Einsteiger

Schnell gehen muss es heute in den meisten Redaktionen – für ausführliche Recherchen bleibt oft keine Zeit. Und speziell jungen Kollegen wird die „große Geschichte“ oft auch nicht zugetraut. Der „Freundeskreis der Qualität in der Medienkultur“ – ein Verein aus Leipzig – will Journalisteneinsteigern mit einem 150-Euro-Stipendium weiterhelfen. „Wir erwarten nicht den nächsten Watergate-Skandal. Aber eine Geschichte, die veröffentlicht werden könnte“, heißt es auf der Website. Was vielleicht noch mehr wiegt als das Geld: Zwei erfahrene ARD-Journalisten geben den Stipendiaten Tipps zur Recherche und stehen betreuend zur Seite. Bewerben kann sich, wer noch kein Volontariat absolviert hat und noch nicht hauptberuflich journalistisch arbeitet.

„Korrespondentenarbeit beginnt nach der Pressekonferenz“

Politiker sind (auch nur) Menschen – und Sympathie oder Antipathie zwischen ihnen und Journalisten spielt oft auch eine Rolle, wenn es um’s Fachliche geht. Gerade in der Landespolitik schwinden die Distanzen, sagt Dietmar Brück: Er ist seit einem Jahr Landeskorrespondent der Rhein-Zeitung in Mainz und beschreibt in einem Artikel seine Eindrücke der Korrespondentenarbeit.  Ein wichtiger Teil des Redakteursalltags sei das Netzwerken – und private Politiker-Handynummern würden wie der eigene Augapfel gehütet, um im Ernstfall am ministeriellen Apparat vorbei schnell an Infos zu gelangen. Landespolitik sei keinesfalls provinziell, meint Brück. Der Wirbel um Gesetzesentwürfe, politische Anträge und Tagesordnungen verleite manchmal jedoch dazu, die wichtigste Journalisten-Frage zu verdrängen: Ob nämlich diese Geschichte die Leser überhaupt interessiert.

Unangenehme Termine

Als Journalist muss man nicht unbedingt auf großer Undercoverrecherche sein, um plötzlich in brenzlige Situationen zu geraten: Es reicht eine Demo, auf der es zu Ausschreitungen kommt. Der Schweizer Journalist Felix Schindler berichtet im Tagesanzeiger, wie er Schläge kassierte, als er am Samstag bei Krawallen in Zürich recherchierte. Wer „was mit Medien“ machen will, sollte über diese Seite des  Journalistenalltags nicht überrascht sein.

Ein Universalwerk für’s digitale Zeitalter

Journalismus und Medienbranche stecken im radikalen Umbruch – doch die Lehrbücher sind noch (fast) dieselben wie vor 30-40 Jahren. Ein neues Kompendium muss her, überlegte der Journalist und Dozent Christian Jakubetz laut in seinem Blog – und löste großes Echo aus. Nun sind die ersten Leseproben für das Buch gesammelt, das den Titel „Universalcode – Journalismus im digitalen Zeitalter“ tragen soll. Und der (medienaffinen) Netzgemeinde dürften viele der Autoren gut bekannt sein: Unter anderem Dirk von Gehlen, Blogger und Chef von jetzt.de, Medienjournalistin und Twitterfan Ulrike Langer, der Journalist und Blogger Richard Gutjahr, Simon Kremer, der schon etliche große Multimediareportagen produziert hat. Und: Heribert Prantl ist dabei – er schreibt das Vorwort.  Weiterlesen

Datenjournalismus: „Der große Wandel kommt noch“

Das meint jedenfalls Lorenz Matzat in seinem Beitrag zum redaktionellen Umgang mit Daten und zur Zukunft der Berichterstattung. Der Politikwissenschaftler und Medienpädagoge sieht im data-driven journalism eine immer wichtiger werdende Nische, mit der sich jeder Journalist auseinandersetzen sollte. Mehr noch: Der öffentliche Zugang zu Datenbanken sowie die Möglichkeit, gewonnene Infos mit speziellen Tools zu visualisieren, machen künftig Datenjournalisten notwendig. Redakteure also, die sowohl gut recherchieren als auch Daten bewerten können und außerdem wissen, was technisch in ihrem Medium umsetzbar ist.  Weiterlesen

Recherche in sozialen Netzwerken

Wo finde ich den Wochenendpendler, der mir etwas über sein Leben zwischen Ost-Familie und West-Arbeitsplatz erzählt? Facebook, XING und andere soziale Netzwerke sind Fundgruben für Journalisten, die nach Betroffenen und Protagonisten für ihre Geschichten suchen. Im neuen Wirtschaftsjournalist gibt Michael Klems einen Überblick, wie auf den Websites effektiv gesucht werden kann.

Dass Karriere-Netzwerke wie XING ein guter Experten-Pool sind, dürfte bekannt sein – auch dass man sich in den Themen-Gruppen dort einen Überblick über verschiedene Aspekte einer Geschichte verschaffen kann. Warum nicht selbst auch eine Frage oder Anmerkung posten, mit der Bitte um Antwort oder Kommentierung? Anmerkung: Der für das Versenden eigener Nachrichten benötigte kostenpflichtige Premium-Account ist auch für drei Monate zu haben.

Auf Facebook lassen sich mit speziellen Suchmaschinen – etwa Adtelligence, YourOpenBook oder BooShaka – auch Meldungen auf Pinnwänden durchsuchen. Wer im Social Web nach Stimmen für seine Geschichte sucht, sollte sich jedoch auch als Journalist zu erkennen geben – denn schnell werden die sensiblen Bereiche Datenschutz und Persönlichkeitsrechte berührt, weist Michael Klems hin.