Die eigene Webseite: Sieben Beispiele, wie sich Journalisten präsentieren

Eine Website ist das Aushängeschild eines Freiberuflers: Doch wie sollte es aussehen? Was wirkt modern? Wie gehe ich mit Fotos um, und welche Schriftart sieht gut aus? Gefühlte zigtausende Designvorlagen lassen fast jeden Homepage-Frischling verzweifeln: Wenn Du eine eigene Seite hast und beim Webdesign so wie ich eher Laie bist, weißt Du, wovon ich rede. Mal ganz davon abgesehen, was denn nun alles drauf sollte. Zeige ich in der Hauptsache Arbeitsproben, oder stelle ich mich als Persönlichkeit in den Mittelpunkt?

Mann malt mit Farben, Creative Commons CC0 stocksnap.io

Dieser Artikel soll mit ein paar Best-Practise-Beispielen Euch bei solchen Entscheidungen helfen.  Per Google und Zufallsprinzip habe ich sieben Webseiten von Journalisten herausgesucht und dem Leipziger Webdesigner Martin Hahn gezeigt. Er beschäftigt sich seit 15 Jahren mit Webdesign und ist Autor des Buches Webdesign – das Handbuch zur Webgestaltung.

Weiterlesen

„Wichtiger noch als elegantes Schreiben sind Wühlerqualitäten“: Sechs Tipps für frische Freie von Reporter Ulrich Wolf („Sächsische Zeitung“)

2015 wurde er zum „Journalisten des Jahres“ gewählt, im April 2016 erhielt er gemeinsam mit zwei seiner Kollegen den Wächterpreis der deutschen Tagespresse: Ulrich Wolf von der Sächsischen Zeitung in Dresden. Das Medium-Magazin lobte ihn für seine Recherchen zur Vergangenheit von Pegida-Gründer Lutz Bachmann, und weil er sich Montag für Montag erneut zwischen die Pegida-Demonstranten stellte, trotz Pöbeleien und persönlicher Angriffe. Reporter in Dresden, der Pegida-Stadt: In deutschen Lokalredaktionen dürfte es wohl kaum einen Job dieser Art geben, der in den letzten Monaten herausfordernder war. Hier, wo Brüche in der Gesellschaft deutlicher zu Tage treten als anderswo, Journalisten auch tätlich angegangen werden und zudem die Polizei manchmal ganz eigene Auffassungen von Pressefreiheit vertritt. Was rät einer, der in solchem gesellschaftlichen Klima arbeitet, jungen Kollegen? Rät er überhaupt zum Schritt in die Medien? Auf jeden Fall, sagt Ulrich Wolf: „Denn Journalismus wird wieder wichtiger in seiner Funktion als Schleusenwärter, als Orientierung in der Flut von Infos und Gerüchten“, begründet der 51-jährige. 

Seine Recherchen zur Vergangenheit von Pegida-Gründer Lutz Bachmann haben ihn über Dresden hinaus bekannt gemacht: Ulrich Wolf ist Reporter bei der "Sächsischen Zeitung". Foto: kairospress
Seine Artikel und Recherchen zu Pegida und zur Vergangenheit von dessen Gründer Lutz Bachmann haben ihn bekannt gemacht: Ulrich Wolf ist Reporter bei der „Sächsischen Zeitung“ in Dresden. Foto: kairospress

Weiterlesen

„Bloß nicht Journalismus studieren – und sich streitbar in die Redaktion einbringen“: Sieben Tipps für frische Freie von „Tagesspiegel“-Redakteur Sidney Gennies

2008 lobte ihn die „Main-Post“ für seine gelungene Rede als Schülersprecher auf einer Abiturfeier. Acht Jahre später ist Sidney Gennies bei einer der wichtigsten deutschen Tageszeitungen in einem der bedeutendsten Ressorts zu Hause: Beim Tagesspiegel ist er mit zuständig für „Die Dritte Seite“. Traditionell das Print-Aushängeschild, mit großen Reportagen und investigativen Stories. Ein großer Sprung also – mit vielen Zwischenstationen: Mit 15 war er bereits freier Schreiber bei der Lokalzeitung in Bad Neustadt und später in Würzburg, studierte nach dem Zivildienst Islamwissenschaften an der FU Berlin und der American University in Kairo. Das Volontariat absolvierte er beim Tagesspiegel. Als freier Journalist war er unter anderem für ZEIT-Online und jetzt.de tätig. Mit 24 setzt ihn das medium magazin auf die Liste der 30 besten Journalisten unter 30.

Sidney GenniesFoto: Kai-Uwe Heinrich
Sidney Gennies ist beim „Tagesspiegel“ mit verantwortlich für das Aushängeschild der Zeitung, die dritte Seite. Foto: Kai-Uwe Heinrich/Tagesspiegel

Weiterlesen

„Webvideo lernen, sich was trauen und Haltung zeigen“: Sieben Tipps für frische Freie von Christiane Wittenbecher, Webvideoreporterin (DIE WELT/N24)

Irak, Lesbos, Moskau: Mit ihrer VJ-Kamera und per Periscope-Livestream hat Christiane Wittenbecher schon aus etlichen Ecken der Welt berichtet. In kurzer Zeit hat sie viel an journalistischer Erfahrung gesammelt und war oft beim Start neuer Projekte dabei. Eigentlich seien Medien nie ihr Traumberuf gewesen, doch beim Leipziger Uniradio mephisto 97.6 kam die Begeisterung für Features, Reportagen und Satire im Radio auf. „Erste schmerzhafte Lernerfahrung war, dem Interviewpartner niemals das Reportermikro in die Hand zu geben“, erzählt Christiane. Nach Studium sowie MDR-Volontariat ging sie in ihre Heimat Sachsen-Anhalt zurück. Hier arbeitete sie beim MDR frei für Radio, Fernsehen und Online und entwickelte bereits ein eigenes VJ-Format fürs TV, das wöchentlich ungewöhnlich erzählte Geschichten über schräge und subkulturelle Trends zeigte.

profilbild3
Christiane Wittenbecher auf dem MediaHackDay bei Springer im November 2014. Sie ist Reporterin im Webvideoteam von WELT und N24. Foto: Martin Heller/Webvideoblog.de

Weiterlesen

„Das Netzwerk aus Volozeiten macht Bewerbungen überflüssig“: Fünf Tipps für frische Freie von Anja Datan-Grajewski

Auf einem spannenden Berichtsfeld hat sie den Sprung ins Freisein gewagt: Anja Datan-Grajewskis Steckenpferd sind die Länder Osteuropas, besonders Polen und die Ukraine. Als Journalistin pendelt sie zwischen Leipzig und Warschau. Osteuropastudium in Chemnitz, Journalistik in Leipzig, MDR-Volo, danach Stipendien in Polen und Kiew – ein Werdegang, der geradezu aufs Arbeiten auswärts hinzuführen scheint: „Mal ins Ausland gehen wollte ich von vornherein“, erzählt die 30-jährige.

S84196SF
Zwei Jahre nach der Kiewer Maidan-Revolution hat sie die Stimmung der Ukrainer in einem Straßenblog eingefangen: Anja Datan-Grajewski ist als freie Journalistin in Osteuropa unterwegs. Foto: Julia Kochetova

Zwei Jahre sammelte sie Radio- und Fernseherfahrungen bei MDR Sachsen-Anhalt. Derzeit arbeitet sie hauptsächlich für das MDR-Magazin Heute im Osten, und ihr Blog „Postmaidan“ brachte ihr neben viel Online-Echo und Berichten bei MDR Aktuell und Heute im Osten auch eine Foto-Ausstellung in Warschau ein. Noch ist sie ganz frisch als Selbständige: Aber wie hat sie ihren Weg ins Freisein gefunden?

Weiterlesen

„Journalisten sollten gute Menschenkenntnis besitzen – und echte Neugier spüren lassen“: Sieben Tipps für frische Freie von Radiojournalist Joachim Dresdner

Wer nachmittags DT64 anschaltete, hat auch ihn gehört: Joachim Dresdner. (Foto: privat)
Wer nachmittags DT64 anschaltete, hat auch ihn gehört: Joachim Dresdner. (Foto: privat)

„DT64“: Der Name bringt noch immer viele Radiofans zum Schwärmen, auch wenn es die Station so schon lange nicht mehr gibt. Die „Power von der Eastside“ – so einer ihrer Slogans – spielte nicht nur Pop, sondern auch alternative Bands, Heavy und Weltmusik, und schnitt in Magazinen neben Politik auch Themen wie Sexualität an. Ihre Moderatoren trafen mit ihrer schnodderig-lockeren, aber nie flachen Ansprache einen Ton, den viele suchten. Lutz Schramm, Stephan Lasch oder Marion Brasch und Sylvia Hahnisch kannte man in der ganzen Republik. Ein Radio, das sich freier anfühlte als die meisten anderen DDR-Programme und das in der Wendezeit als kritischer Begleiter hervorragte: Als es Anfang der 1990er abgeschaltet werden sollte, gingen Zehntausende zum Protest und zu Mahnwachen auf die Straße.

Einer derer, die in den 1980ern das Programm mitgestalteten, war Joachim Dresdner. Zuerst absolvierte er im Funkhaus in der Berliner Nalepastraße eine Ausbildung zum  Studiotechniker, doch schnell interessierte ihn, was seine Journalisten-Kollegen machten. Es folgen Aufträge beim Berliner Rundfunk, Journalistik-Fernstudium, schließlich gut elf Jahre Jugendradio: Er moderierte das Nachmittagsmagazin DT64 direkt, die abendliche Talkshow Gaststube sowie die Politsendung Antwort sofort, in der Hörer zu aktuellen Themen Fragen stellen konnten. Auch an den populären Mensch, Du-Diskussionssendungen hat er mitgewirkt. „Diese inhaltliche Breite ist etwas, von dem ich immer noch zehre“, erzählt er. Heute arbeitet er als freier Journalist für MDR SACHSEN-ANHALT, den Deutschlandfunk und den Bayerischen Rundfunk. Weiterlesen

#darumfrei: Freiberuflichkeit ist anstrengend, nervig – und großartig

Warum will keiner als freier Journalist arbeiten? Das fragten sich die “Fit für Journalismus”-Blogger Bettina Blaß und Timo Stoppacher, als sie vor kurzem mit Studenten diskutierten. Beide sind gern selbstständig und haben deshalb die Blogparade #darumfrei gestartet. Hier ein paar Gedanken von mir: Nicht 100 Prozent pro-frei und endlos begeistert, aber positiv abwägend.

Der Hauptgrund für den eher verhaltenen Wunsch nach Selbstständigkeit scheint klar: Eine Festanstellung gilt in Deutschland generell noch immer als sicherer und deshalb erstrebenswerter. Zum anderen aber mal die Frage: Bereiten Unis, Verlage oder Journalistenschulen junge Absolventen denn einigermaßen auf die Selbstständigkeit vor? Das war exakt einer der Punkte, die der junge Online-Journalist und SHIFT-Gründer Daniel Höly ankreidete, als ich ihn kürzlich nach seinen Tipps für frische freie Journalisten befragte. Es wird offenbar kaum Gründerspirit vermittelt. Mir selbst fällt nicht eine einzige Veranstaltung oder ähnliches zum Thema Freisein ein, wenn ich an eigene Uni- und Volontariatszeiten zurückdenke. Das war  zwar schon vor etwa 20 Jahren, aber augenscheinlich hat sich nicht viel geändert. Weiterlesen