Fünf Schritte zum perfekten Video

„Ich bin Textmensch, aber ein Video selber machen …“ So richtig zufrieden sei sie mit bisherigen Ergebnissen nicht, schrieb eine Kollegin kürzlich auf LinkedIn. Auch ich hatte als „Zeitungskind“ (klassisches Volo bei einer Tageszeitung) immer riesigen Respekt vor Video und Fernsehen. Texte ich zuerst und suche dann die Bilder? Wo anfangen, wo aufhören? Deshalb hier ein paar Tipps.

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Wie man einen Fernsehbeitrag aufbaut – Teil 3: Schneiden und texten

Nachdem es in den vorigen Posts um Aufbau und Dreh von Fernsehbeiträgen ging, widmen wir uns nun dem  Text. Oder besser gesagt: Bild und Text. Denn beides bildet für die Zuschauer eine Einheit. Da visuelle Informationen für unser Gehirn stets eindrücklicher sind als das gesprochene Wort, steht immer die Frage: Passt mein Text zum Bild? Denn das Bild „führt“, Kommentar und Musik sind quasi nur „Diener“. Einen gut strukturierten TV-Beitrag erkennt man unter anderem  daran, dass er auch ohne Ton eine Geschichte erzählt. Probier es mal aus und drücke beim Fernsehen die Stummtaste :-)!

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Erste Regel für den Fernsehredakteur:  Der Text muss dem Bild folgen. Bild-Text-Scheren machen es den Zuschauern schwer,  irgendetwas zu verstehen (Foto: rawpixel.com auf Pexels.com).

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Wie man einen Fernsehbeitrag aufbaut – Teil 2: Bilder finden!

Willkommen zum zweiten Teil! Diesmal: Wie finde ich Bilder für Sachen, die man eigentlich nur schwer darzustellen kann? Viel zu häufig sind, wenn es z.B. um Computerthemen geht, die immer gleichen Symbolisierungen zu sehen: Blinkende PC-Lämpchen, Kabel, Finger die über eine Tastatur flitzen und Menschen vor Bildschirmen. Ein Bilderteppich, der oft auch eher suboptimal zum Thema passt. Um den eigenen Ideen etwas auf die Sprünge zu helfen, hier ein paar Tipps und Sehbeispiele.

Nehmen wir das Thema Netzneutralität, die Gleichbehandlung von Daten bei der Übertragung im Net. Ein ziemlich abstraktes Thema. Wie kriegt man es nun auf den Schirm?

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Wie man einen Fernsehbeitrag aufbaut – Teil 1: Organisieren!

Wie baut man einen Fernsehbeitrag? Nicht nur Frischlinge im TV-Geschäft fragen sich das. Auch gestandene Reporter grübeln manchmal, wenn es schnell gehen muss und kein Interviewpartner anbeißt: „Wie soll ich dazu denn was zustande kriegen?“ Die Artikel zum Thema hier auf der Medienpraxis-Seite gehören zumindest zu den am häufigsten gelesenen Blogbeiträgen.

Technician setting up RCA Television Camera

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Minireportagen: Beispiele, wie Geschichten in Kürze erzählt werden

Reportagen und Dokus sind die Königsklasse auch im Fernsehen: Der halb- oder einstündige Sendeplatz – das Traumziel vieler Journalisten. Es geht aber auch kürzer, vor allem bei Videoreportagen im Web. Schon gut vier Minuten reichen aus, um das Hauptziel einer Reportage zu erreichen: Einblick in andere Lebenswelten zu geben, von denen Zuschauer sonst ausgeschlossen sind. Weiterlesen

Wie man einen TV-Beitrag aufbaut – und wie O-Töne dabei helfen

Nicht nur wer neu beim Fernsehen ist, stellt sich oft die Frage, wie er am besten einen Beitrag baut. Hilfreich beim Finden einer Dramaturgie (beschrieben im Blogpost Wie muss ein TV-Beitrag aufgebaut sein?) ist vor allem ein Blick auf die O-Töne, die zum Thema vorhanden sind. O-Töne sind Leben – und wichtige Säulen in der Struktur eines Stückes.

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(Foto: Terje Sollie auf Pexels.com)

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„So, wie du es Oma erzählen würdest“ – einem Fernsehbeitrag Struktur geben

Fernsehbeiträge sollen Zuschauer vom ersten Moment an fesseln. Ihr Aufbau hängt unter anderem vom Thema, vom Sendeformat (magazinig vs. nachrichtlich) oder der gewünschten Beitragslänge ab. Wie schon im Posting vom 14.03.2010  beschrieben, sollte der Beitrag einem Spannungsbogen ähnlich wie im klassischen Drama folgen. Einige Grundmuster zeigt der Journalist und TV-Trainer Rolf Breuer in seinem Papier „Erzählen statt Quälen“ auf Seite 12 auf. Sein insgesamt sehr lesenswerter Artikel gibt einen guten Überblick, wie man TV-Beiträge aufbaut und was beispielsweise in ein Treatment gehört, mit dem man ein Thema einer Redaktion anbietet.  Weiterlesen

Förderer des Videojournalismus

10.000 Dollar für eine Auslandsrecherche und Mitarbeit an einem Pulitzer-Projekt: Das winkt den fünf Bestplazierten beim US-weiten Wettbewerb „Project:Report“, den Youtube und das Pulitzer Center für Krisenberichterstattung veranstalten. Nachwuchsjournalisten sollen per Video über Ereignisse berichten, die von klassischen Medien kaum oder gar nicht beachtet werden.

Seit anderthalb Jahren gibt es das Projekt – jetzt wurde erneut ausgezeichnet. Unter den preisgekrönten Beiträgen fällt vor allem einer über einen illegalen Arbeiter aus Haiti auf: Ein atmosphärisch dichter Einstieg, gut plazierte O-Töne der Protagonisten, dazu gut fotografierte Einstellungen – das Drei-Minuten-Stück „Floridas Modern Day Slavery“ von Paul Franz hat vieles, was eine gute Reportage ausmacht.

Übrigens hat das Pulitzer Center bei Youtube Clips mit generellen Tipps zum Videojournalismus eingestellt: Hier gibt u.a. Watergate-Aufdecker Bob Woodward einen kleinen Einblick, auf was es beim investigativen Recherchieren ankommt (zu finden in den Links auf der rechten Seite).

„Top Gear“ bald im deutschen Fernsehen

Endlich! Eines der frechsten, schrägsten und besten BBC-Magazine findet nach Jahren auch auf deutsche Bildschirme: „Top Gear“ soll ab 4. Mai auf dem Bezahlsender Motorvision TV zu sehen sein, ab Spätsommer bei Kabel Eins, heißt es bei dwdl.de und digitalfernsehen.de.

Dieses Automagazin ist brilliante Fernsehunterhaltung, politisch und ökologisch oft herrlich unkorrekt: Die drei Moderatoren (Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May) pflegen einen sehr schwarzen britischen Humor, viele typische Vorurteile und eine kindliche Begeisterung für PS-starkes und teures Gefährt. Sie starten zu Nonsens-Wettrennen durch halb Europa oder zu legendären „Challenges“, wo sie probieren, ob man einen Pkw zu einer Rakete umbauen kann oder ob ein Bugatti ein Rennen gegen einen Jagdflieger besteht. Filmisch gesehen ist das Magazin top: gute Dramaturgie der Beiträge, perfekt gesetztes Licht, auf die einzelnen Autos abgestimmte Farbfilter, dazu Schnitte und Musik, die Spannung erzeugen wie im Krimi.

Die drei Moderatoren sind in Britannien Megastars, „Top Gear“ hat viele Preise abgeräumt und wird weltweit von bis zu 350 Mio. Zuschauern geschaut. Neugierig geworden? Hier zwei der wohl spektakulärsten „Challenges“: In der achten Staffel bauen Jeremy, Richard und James Autos in Amphibienfahrzeuge um – und in der zehnten Staffel versucht Richard, mit einem Bugatti Veyron einem Eurofighter Konkurrenz zu machen.

Wie muss ein TV-Beitrag aufgebaut sein?

Schon bevor Redakteur und Kamerateam drehen gehen oder aus gelieferten Bildern einen Beitrag entsteht, muss das dramaturgische Grundgerüst klar sein. Dabei hilft die Frage, was man dem Zuschauer eigentlich erzählen will: Die Antwort darauf sollte sich in einen einfachen Satz fassen lassen (sogenannter Erklär- oder Erzählsatz).

Hat man diesen gefunden, so sortiert man: Wer sind die wesentlichen Akteure einer Entwicklung, wer gibt Pro- und Contra-Stimmen, wie knüpfe ich einen roten Faden, dem der Zuschauer folgen kann? Um das in eine nachvollziehbare Struktur zu sortieren, helfen die klassischen Mittel der Dramaturgie. Denn das Fernsehen nutzt Erzählstrukturen, die schon lange geläufig sind – nicht umsonst wird es von Medienwissenschaftlern auch als „Lagerfeuer der modernen Zeit“ bezeichnet.

Viele Redakteure planen ihren geplanten Beitrag in Form eines Treatments. Für Freie sind zudem Exposés eine Form, ihre Ideen einer interessierten Redaktion anzubieten. Der Filmemacher und Trainer Gregor A.Heussen erklärt auf seiner Website, wie Exposé und Treatment funktionieren, außerdem hat er Tipps zum Verfassen von Textmanuskripten.

Gern wird der Ratschlag gegeben, die ausdrucksstärksten, spektakulärsten oder neuesten Bilder an den Anfang zu setzen. Das mag für Nachrichten oder tagesaktuelle Magazine meist passen, doch für ein Umweltmagazin lässt sich die Geschichte vielleicht anders besser erzählen. Mehr zum Thema auch in meinen Postings So wie Du es Oma erzählen würdest und Wie man einen TV-Beitrag aufbaut – und wie O-Töne dabei helfen.

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