Wie man einen Fernsehbeitrag aufbaut – Teil 3: Schneiden und texten

Nachdem es in den vorigen Posts um Aufbau und Dreh von Fernsehbeiträgen ging, widmen wir uns nun dem  Text. Oder besser gesagt: Bild und Text. Denn beides bildet für die Zuschauer eine Einheit. Da visuelle Informationen für unser Gehirn stets eindrücklicher sind als das gesprochene Wort, steht immer die Frage: Passt mein Text zum Bild? Denn das Bild „führt“, Kommentar und Musik sind quasi nur „Diener“. Einen gut strukturierten TV-Beitrag erkennt man unter anderem  daran, dass er auch ohne Ton eine Geschichte erzählt. Probier es mal aus und drücke beim Fernsehen die Stummtaste :-)!

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Wie man einen TV-Beitrag aufbaut – und wie O-Töne dabei helfen

Nicht nur wer neu beim Fernsehen ist, stellt sich oft die Frage, wie er am besten einen Beitrag baut. Hilfreich beim Finden einer Dramaturgie (beschrieben im Blogpost Wie muss ein TV-Beitrag aufgebaut sein?) ist vor allem ein Blick auf die O-Töne, die zum Thema vorhanden sind. O-Töne sind Leben – und wichtige Säulen in der Struktur eines Stückes. Weiterlesen

Fanfaren, Gongs und Skylineflüge – die Welt der Nachrichten-Intros

Er soll Erkennungssignal sein, Aufmerksamkeit wecken und neugierig machen: Der Nachrichtenvorspann – neudeutsch Intro beziehungsweise Opening. Er ist sozusagen Eingangstür zum Seriösesten und Wichtigsten, was ein Fernsehprogramm bietet. Wie gestalten Sender dieses Element – speziell in einer Zeit, wo viele das Neueste eh schon längst auf ihrem Smartphone gelesen haben? Mit welchen gestalterischen Mitteln machen Redaktionen klar, dass sie kompetent über Weltereignisse informieren? Lasst uns dazu auf eine kurze Reise durch die Intro-Welt gehen! Weiterlesen

Rezepte für den Kinohit

Noch ein interessanter Fakt als Ergänzung zum letzten Posting, wo es um die Struktur von Fernsehbeiträgen ging. Der Psychologe James Cutting von der Cornell University (USA) hat in einer seiner Untersuchungen, über die u.a. der Spiegel sowie das Magazin Gizmodo berichten, die Formel für den „perfekten Film“ gesucht. Er analysierte 150 Blockbuster der letzten 70 Jahre. Dabei fand er heraus, dass heutige Erfolgsstreifen in ihren Schnittsequenzen mehr und mehr dem menschlichen Rhythmus von Steigerung und Abschwächung der Konzentrationsfähigkeit folgen. Sind die Filme in Resonanz zum Auf und Ab der menschlichen Aufmerksamkeitsspanne gestaltet, sind sie oft auch kommerziell erfolgreicher.

„Top Gear“ bald im deutschen Fernsehen

Endlich! Eines der frechsten, schrägsten und besten BBC-Magazine findet nach Jahren auch auf deutsche Bildschirme: „Top Gear“ soll ab 4. Mai auf dem Bezahlsender Motorvision TV zu sehen sein, ab Spätsommer bei Kabel Eins, heißt es bei dwdl.de und digitalfernsehen.de.

Dieses Automagazin ist brilliante Fernsehunterhaltung, politisch und ökologisch oft herrlich unkorrekt: Die drei Moderatoren (Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May) pflegen einen sehr schwarzen britischen Humor, viele typische Vorurteile und eine kindliche Begeisterung für PS-starkes und teures Gefährt. Sie starten zu Nonsens-Wettrennen durch halb Europa oder zu legendären „Challenges“, wo sie probieren, ob man einen Pkw zu einer Rakete umbauen kann oder ob ein Bugatti ein Rennen gegen einen Jagdflieger besteht. Filmisch gesehen ist das Magazin top: gute Dramaturgie der Beiträge, perfekt gesetztes Licht, auf die einzelnen Autos abgestimmte Farbfilter, dazu Schnitte und Musik, die Spannung erzeugen wie im Krimi.

Die drei Moderatoren sind in Britannien Megastars, „Top Gear“ hat viele Preise abgeräumt und wird weltweit von bis zu 350 Mio. Zuschauern geschaut. Neugierig geworden? Hier zwei der wohl spektakulärsten „Challenges“: In der achten Staffel bauen Jeremy, Richard und James Autos in Amphibienfahrzeuge um – und in der zehnten Staffel versucht Richard, mit einem Bugatti Veyron einem Eurofighter Konkurrenz zu machen.

Bildmontage in TV-Beiträgen

Bildauswahl und Schnitt zeigen dem Fernsehzuschauer sofort, in welche Art von Programm er gerade reingezappt ist. In Nachrichtensendungen sind Einsekunden-Einstellungen und trickreiche Blenden kaum vorstellbar, denn hier geht’s vordergründig um Information. Dreisekundenschnitte sind der Standard, und ältere Nachrichtenredakteure erinnern sich noch an Zeiten, wo nicht einmal eine weiche Blende verwendet werden durfte – nur harte Bildschnitte waren erlaubt.

Anders hingegen bei Magazinsendungen oder unterhaltenden Formaten: Hier können Redakteur und Cutter ihre Fantasie und Kreativität zeigen. Hier ein gelungenes Beispiel aus der MDR-Sendung CAFÉ TREND – und bitte gleich danach mal einen tagesschau-Beitrag anschauen :-)!