Wie man einen Fernsehbeitrag aufbaut – Teil 3: Schneiden und texten

Nachdem es in den vorigen Posts um Aufbau und Dreh von Fernsehbeiträgen ging, widmen wir uns nun dem  Text. Oder besser gesagt: Bild und Text. Denn beides bildet für die Zuschauer eine Einheit. Da visuelle Informationen für unser Gehirn stets eindrücklicher sind als das gesprochene Wort, steht immer die Frage: Passt mein Text zum Bild? Denn das Bild „führt“, Kommentar und Musik sind quasi nur „Diener“. Einen gut strukturierten TV-Beitrag erkennt man unter anderem  daran, dass er auch ohne Ton eine Geschichte erzählt. Probier es mal aus und drücke beim Fernsehen die Stummtaste :-)!

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Wie man einen Fernsehbeitrag aufbaut – Teil 2: Bilder finden!

Willkommen zum zweiten Teil! Diesmal: Wie finde ich Bilder für Sachen, die man eigentlich nur schwer darzustellen kann? Viel zu häufig sind, wenn es z.B. um Computerthemen geht, die immer gleichen Symbolisierungen zu sehen: Blinkende PC-Lämpchen, Kabel, Finger die über eine Tastatur flitzen und Menschen vor Bildschirmen. Ein Bilderteppich, der oft auch eher suboptimal zum Thema passt. Um den eigenen Ideen etwas auf die Sprünge zu helfen, hier ein paar Tipps und Sehbeispiele.

Nehmen wir das Thema Netzneutralität, die Gleichbehandlung von Daten bei der Übertragung im Net. Ein ziemlich abstraktes Thema. Wie kriegt man es nun auf den Schirm? Weiterlesen

Wie man einen TV-Beitrag aufbaut – und wie O-Töne dabei helfen

Nicht nur wer neu beim Fernsehen ist, stellt sich oft die Frage, wie er am besten einen Beitrag baut. Hilfreich beim Finden einer Dramaturgie (beschrieben im Blogpost Wie muss ein TV-Beitrag aufgebaut sein?) ist vor allem ein Blick auf die O-Töne, die zum Thema vorhanden sind. O-Töne sind Leben – und wichtige Säulen in der Struktur eines Stückes. Weiterlesen

Journalistendeutsch, Teil 8

der „Gog“: „Gang ohne Grund“ vorbei an einer Kamera – beliebtes Motiv für die sogenannten Antextbilder, mit denen in einem Fernsehbeitrag neue Interviewpartner oder Protagonisten eingeführt werden.

der Ploppkiller oder Ploppschutz: ein Schaumstoffkörper, der über Radio- und Fernsehmikros gezogen wird – oft mit einem Senderlogo versehen. Er soll beim Ansprechen das ploppende Geräusch der „p“- und „t“-Laute verhindern, gleichzeitig dient er als leichter Windschutz. Übrigens ist eine Firma aus Ostwestfalen (Schulze-Brakel) weltweit Platzhirsch der Ploppschutzfabrikanten.

„Und bitte!“ – das „Action!“ in der aktuellen Berichterstattung. Gern gebraucht als Signalruf vom Kameramann, dass er aufnahmebereit ist und der Redakteur sein Interview starten oder der Protagonist seinen „Gog“ beginnen kann.

die SNG: eine typische Fernsehvokabel aus dem Englischen und Abkürzung für Satellite News Gathering. Damit ist zum einen das Übertragen von Bildern ins Funkhaus via Satellit gemeint. Zum anderen steht die Abkürzung für Fahrzeuge mit entsprechender Technik: meist Kleintransporter mit Schnittplatz an Bord und Satellitenschüssel auf dem Dach (Bild unten). Damit können nicht nur Beiträge direkt vor Ort geschnitten und ins Funkhaus überspielt werden, sondern eine Redaktion ist damit auch „live-fähig“ – kann also während einer Sendung zu einem Reporter nach draußen schalten. Eine SNG ist meist mit drei Mann unterwegs: dem Kameramann, dem Redakteur und dem Operator – letzterer ist Ton-Assistent sowie Cutter und bedient die Satellitentechnik zum Bildüberspielen.

Die Easy Link ist das technisch etwas abgespeckte – und damit kostensparendere – System: Eine Satellitenanlage, die auch von einem Redakteur allein bedient werden kann. Die Easy Link wird oft für kleinere Ereignisse eingesetzt, während SNG-Fahrzeuge bei länger andauernden Berichterstattungen von einem Ort losgeschickt werden.

SNG-Fahrzeug

Pimp up für Bürgerjournalismus: CNN ruft zum „iReporter Boot camp“

„iReporter“, das klingt schick, und einmal für CNN arbeiten dürfte viele locken: So lädt der Sender derzeit ein, am „iReport boot camp“ teilzunehmen. Jeweils freitags wird ein Thema veröffentlicht, zu dem jeder Ideen einreichen kann – die besten erhalten ein Feedback von CNN-Journalisten und werden veröffentlicht. iReport.cnn.com – die Bezeichnung rührt vom englischen „ich berichte“ – ist die weltweit wohl größte Plattform für Bürgerjournalismus. CNN hofft auf einige echte Nachrichten im Video- und Fotostrom, gleichzeitig bietet sich Quereinsteigern und junge Reportertalenten ein Forum. Auf der Seite zum Boot Camp finden sich in mehreren Rubriken auch einige Tipps für den Reporteralltag, etwa zum Fotografieren und zur Bildbearbeitung oder zum Video-Erstellen.

Bildmontage in TV-Beiträgen

Bildauswahl und Schnitt zeigen dem Fernsehzuschauer sofort, in welche Art von Programm er gerade reingezappt ist. In Nachrichtensendungen sind Einsekunden-Einstellungen und trickreiche Blenden kaum vorstellbar, denn hier geht’s vordergründig um Information. Dreisekundenschnitte sind der Standard, und ältere Nachrichtenredakteure erinnern sich noch an Zeiten, wo nicht einmal eine weiche Blende verwendet werden durfte – nur harte Bildschnitte waren erlaubt.

Anders hingegen bei Magazinsendungen oder unterhaltenden Formaten: Hier können Redakteur und Cutter ihre Fantasie und Kreativität zeigen. Hier ein gelungenes Beispiel aus der MDR-Sendung CAFÉ TREND – und bitte gleich danach mal einen tagesschau-Beitrag anschauen :-)!