Start-ups im Journalismus: Wie gründe ich richtig? Acht Fragen an Christopher Buschow

Ein Start-up gründen: Das klingt frisch und dynamisch und wäre doch genau das Richtige für uns flexible Medienmenschen. Doch es ist im deutschen Journalismus bislang offenbar schwer zu machen, wie der Kommunikationswissenschaftler Christopher Buschow aus Hannover in einer aktuellen Studie herausfand. Was er aus der Untersuchung von 15 deutschen Neugründungen lernte, hat bereits für Aufsehen gesorgt: Eine eher nüchterne Bilanz, laut der die Start-ups kaum zur Erneuerung des Journalismus beitragen und manche auch finanziell nicht auf den grünen Zweig kommen. Und das liegt nicht etwa daran, dass es strengere rechtliche Vorschriften gibt als vielleicht in den USA. Dem Medienpraxis-Blog hat er Genaueres über seine Studie erzählt und Antworten auf die Frage gegeben: Wie gründe ich richtig?

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Christopher Buschow ist Postdoktorand am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung (IJK) der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Er lehrt und forscht zu Unternehmertum in den Medien, in seiner Dissertation untersuchte er deutsche Journalismus-Start-ups. Foto: Körber-Stiftung / David Ausserhofer

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Medien-Startups, Radionachrichten, GIF-Journalismus: Die Lieb-Links des Sommers

Liebe Blogleser, es ist wieder Zeit für eine handverlesene Auswahl an Links zu interessanten Mediendiskussionen und Artikeln. Bald ist Bundestagswahl – und manche Redaktionen wollen mal mit echten Menschen reden. Bei Bürgergesprächsrunden oder ähnlichem will man erfahren, wie es den Leuten geht. Hä? Ist das nicht die eigentliche Aufgabe von Journos? Die taz schreibt über diese Bemühungen und zitiert RTL-Chefredakteur Michael Wulf: „Ich bin gerade durch Bitterfeld durchgefahren. Ich glaube kaum, dass auch nur einer unserer Journalisten da je hinkommt!“ Nach der Altmark, dem Hunsrück oder der Prignitz und Neuruppin will man da gar nicht erst fragen … Alles weitere im Artikel Wie wär’s mit Lokaljournalismus?

Hier war RTL sicher auch noch nicht: Die Prignitz bei Spiegelhagen. Foto: Martin Janecke – CC BY-SA 3.0

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Die eigene Webseite: Sieben Beispiele, wie sich Journalisten präsentieren

Eine Website ist das Aushängeschild eines Freiberuflers: Doch wie sollte es aussehen? Was wirkt modern? Wie gehe ich mit Fotos um, und welche Schriftart sieht gut aus? Gefühlte zigtausende Designvorlagen lassen fast jeden Homepage-Frischling verzweifeln: Wenn Du eine eigene Seite hast und beim Webdesign so wie ich eher Laie bist, weißt Du, wovon ich rede. Mal ganz davon abgesehen, was denn nun alles drauf sollte. Zeige ich in der Hauptsache Arbeitsproben, oder stelle ich mich als Persönlichkeit in den Mittelpunkt?

Mann malt mit Farben, Creative Commons CC0 stocksnap.io

Dieser Artikel soll mit ein paar Best-Practise-Beispielen Euch bei solchen Entscheidungen helfen.  Per Google und Zufallsprinzip habe ich sieben Webseiten von Journalisten herausgesucht und dem Leipziger Webdesigner Martin Hahn gezeigt. Er beschäftigt sich seit 15 Jahren mit Webdesign und ist Autor des Buches Webdesign – das Handbuch zur Webgestaltung.

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Wie sich Lokaljournalismus ändern muss, #deutschlandspricht und Radioprobleme: Die Lieb-Links vom Juni

Lieber Blogleser, liebe Blogleserin, auch im Juni gab’s Artikel zum Thema Medien sowie gute Reportagen, die zu schade sind, um sie in der Infoflut untergehen zu lassen.

So zur Vertrauenskrise des Journalismus: Schon oft bejammert und analysiert. Der Deutschlandfunk hat mehrere Studien dazu unter die Lupe genommen. Fazit: Mehr Distanz zu den Mächtigen würde gut tun. Journalisten sind mittlerweile zu oft Teil der Elite. Zudem kommen zu viele Themen „von oben“, doch zu wenige „von unten“ in die Agenda. Also: Arbeiter und Bauern in die Redaktionen! Oder wie früher in der DDR Volkskorrespondenten heranziehen. Der ganze Artikel dazu hier.

Volkskorrespondenten im Leipziger Ratskeller 1952. Quelle: Deutsche Fotothek
Volkskorrespondenten wurden in der DDR oft die freien Mitarbeiter der Lokalzeitungen genannt: Eine wichtige Form der Massenverbindung des sozialistischen Journalismus, wie es damals hieß. Hier ein Lehrgang in Leipzig 1952. (Quelle: Deutsche Fotothek‎ [CC BY-SA 3.0 creativecommons.org, via Wikimedia Commons])
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Wahlnacht in der BBC: Die Show der Zahlen und Stimmboxen-Sprints

Wahlen sind Großkampftage beim Fernsehen – und die Gelegenheit, es auch optisch mal so richtig „krachen“ zu lassen. Donnerstag Nacht ließ die BBC mal wieder sehen, dass sie beim Infodesign unter Europas Sendern wohl die Krone auf hat. Wahlsendungen zu schauen macht selten so viel Spaß.

Was da lief, war ein Feuerwerk an Grafiken: Die Abstimmungsergebnisse wurden zumeist in 3D visualisiert, und das Studio verwandelte sich abwechselnd in den Unterhaus-Sitzungssaal, die Downing Street oder die Innenräume des Big Ben-Glockenturms. Mittendrin Moderator Jeremy Vine, der mit viel Verve stundenlang Hochrechungen, Trends und neueste Entwicklungen erklärte.

Vine ist im britischen Fernsehen und Radio einer der bekanntesten und vielseitigsten Politpresenter – und hat Showerfahrung als Quiz-Moderator.  Mal spazierte er über eine überdimensionale Karte aller Wahlkreise, dann stand er vor dem Haus des Premierministers, später in der Lobby im House of Commons. Eine Wahlaufbereitung mit hohem Entertainmentfaktor: Ob das jedem so gefällt – besonders unter den deutschen Zuschauern – ist die eine Sache. Ideenreich gemacht ist es auf alle Fälle.

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Antarktis-Eis und Constructive Journalism in Sachsen: Die Lieb-Links vom Mai

Liebe Blogleser, bei den Lieb-Links vom Monat Mai haben sich viele Artikel zum Thema Journalismus gesammelt – schließlich war European Newspaper Congress. Aber es gibt auch noch anderes: Ein wunderbares Beispiel für Multimediajournalismus ist der neueste Streich der New York Times. Redakteure waren in der Antarktis unterwegs und zeigen sehr anschaulich, wie sich die Eismassen des Kontinents durch den Klimawandel verändern. Fünf Jahre nach Snowfall ein neues, beispielhaftes Projekt mit gut gestalteten Infografiken und Animationen.

 

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Lieb-Links vom April: Lächelnde Londoner, rebellierende Buchhändler und Günter Walraff

Liebe Blogleser, hier zum Monatsanfang die Lieb-Links vom April: Interessante Artikel, ungewöhnliche Fotos und Posts – und was die Journaille sonst noch zu bieten hatte.

Wer mal in London war, kennt die Hektik in der Tube – und wie sich die meisten mit unbeweglicher Miene durch die Rush Hour bewegen. Und nun das: Viele Pendler, die mitten im dicksten Berufsverkehr in der Station Bank in die Kamera lächeln! Ein Meisterstück der Koordination, oder? Das muss dem Instagramer 6stops erstmal einer nachmachen. Mit diesem Foto hat er einen Wettbewerb des Evening Standard gewonnen – und über 50.000 Likes bei Instagram gesammelt.

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#ESLondon & @evening.standard Competition Winner: congratulations to @6stops for this fascinating photo, taken in #BankStation. Luke, joined by friends @humannurture @stee_v & @lifeofteej convinced all the Londoners in the station, in the middle of rush-hour, to pose for this one photo. As you stare into the image you find all races, creeds and religions represented, Luke explains. See if you can spot one super naughty Londoner! ☺👋🏼 We loved how this photo united Londoners in that one moment. The coordination and bravery to address an entire station is genius. Luke wins an ES Online Gallery, @worldphotoorg blog feature, tickets to Sony World Photography Awards & Martin Parr exhibition at Somerset House which opens 21st April, a new @sonyalpha RX100 V camera worth £1,000 and this feature. Congrats again. Runners-up announced shortly. || @London chief editor @daveburt ❤🔥

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