Happy New Year! Was Ihr im neuen Jahr hier lesen werdet

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Gesundes Neues und alles Gute für 2014, liebe Blogleser! Und, habt Ihr Vorsätze gefasst? Hier soll es mehr zu lesen geben – das ist mein Ziel, was ich mir für Euch vorgenommen habe :-). In den Journalismus einzusteigen und dort erfolgreich zu sein, ist 2013 nicht einfacher geworden. Die Artikelreihe „Als Journalist starten“, in der Fernseh- und Zeitungskollegen ihre Tipps für frische Freie geben, hat anscheinend einen Nagel auf den Kopf getroffen, denn sie wurde oft geklickt und geteilt. Hier dürft Ihr neuen Lesestoff erwarten, zum Beispiel demnächst von Timo Stoppacher, einem der „Fitfürjournalismus“-Blogger.

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Journalistendeutsch, Teil 9

der Einstimmer: Ein Kurzfilm zu Beginn eines (zumeist monothematischen) Fernsehmagazins, der das Hauptthema umreißt. Vor allem in Politmagazinen oder Wahlsendungen stellen sie knapp und oft pointiert den Zuschauern nochmal die wesentlichen Akteure und Entwicklungen vor.

der Hintersetzer: Der Begriff stammt aus der Zeit, als es beim Fernsehen noch echte Kulissen gab, die teils geschnitten und geklebt wurden. In Nachrichten und Magazinen sind Hintersetzer die themenbezogenen Fotos, Karten und Collagen neben dem Moderator, während dieser eine Meldung vorliest oder einen Beitrag anmoderiert. Heute entstehen die meisten Illustrationen am Computer – der Grafikdesigner Robert Birkholz zeigt einige auf seiner Website.  Am Filmset manchmal auch Rücksetzer genannt, ist der Hintersetzer dort eine großflächige Deko.

das Hurenkind: Ein einprägsamer Namen für Schriftsatz-Patzer, wenn die letzte Zeile eines Absatzes durch einen Fehler auf eine neue Seite oder in eine neue Spalte wandert. Sie steht dort dann allein und stört deshalb Ästhetik und Lesefluss. Der Schusterjunge ist das Gegenstück: die erste Zeile eines neuen Absatzes, die allein am Schluss einer Seite/Spalte steht. Die Printblogger erklären in ihrem Blog, was genau hinter diesen Begriffen steckt und kennen noch einen weiteren Druckpatzer – den Fliegenschiss.

die Anschlußfehler: Sie passieren in den teuersten Filmen, und manche Kinofans sind süchtig danach, diese Nachlässigkeiten aufzuspüren. Auch in manchem 1:30er-Bericht tauchen sie auf: Der Interviewpartner sitzt erst im Jackett am Schreibtisch, eine Einstellung später hat er es ausgezogen. Anschlussfehler entstehen meist, weil Szenen nicht kontinuierlich bzw. aus verschiedenen Blickwinkeln mehrfach gedreht wurden oder weil das eine oder andere nochmal wiederholt werden musste. Die Website moviemistakes.com sammelt solche Pannen: Allein bei Star Wars sollen es etwa 250 sein – einige zeigt das Video.

Zeitungen: Soviel Krise war noch nie?

Die FTD tot, FR und dapd insolvent, Kürzungen beim Berliner Verlag: Mit Wucht ist der Medienwandel in Deutschland angekommen. Die Bundesagentur für Arbeit spricht von der größten Entlassungswelle in der Presse seit 1949. Für ostdeutsche Journalisten wie für mich hat es dennoch etwas von einem Déjà-vu, denn vor etwa 20 Jahren gab es in den „neuen Bundesländern“ schonmal ähnliches. Weiterlesen

Dresdner Journalistenprozess: „Der Versuch, mundtot zu machen“

Dass Reporter ohne Grenzen auf seiner Website nicht nur die Medienzensur in China, sondern auch deutsche Behörden ankreidet, dürfte so oft wohl nicht vorkommen. Es geht dabei um die beiden Journalisten Thomas Datt und Arndt Ginzel, die ab heute in einem Berufungsverfahren vor dem Landgericht Dresden stehen. 2010 waren sie vom Amtsgericht der Stadt zu je 2500 Euro Geldstrafe verurteilt worden – wegen eines ZEIT-Artikels zum sogenannten „Sachsensumpf“. Sie hatten über die Ermittlungen zu einem Minderjährigen-Bordell in Leipzig kritisch berichtet. Weiterlesen

Journalistendeutsch, Teil 8

der „Gog“: „Gang ohne Grund“ vorbei an einer Kamera – beliebtes Motiv für die sogenannten Antextbilder, mit denen in einem Fernsehbeitrag neue Interviewpartner oder Protagonisten eingeführt werden.

der Ploppkiller oder Ploppschutz: ein Schaumstoffkörper, der über Radio- und Fernsehmikros gezogen wird – oft mit einem Senderlogo versehen. Er soll beim Ansprechen das ploppende Geräusch der „p“- und „t“-Laute verhindern, gleichzeitig dient er als leichter Windschutz. Übrigens ist eine Firma aus Ostwestfalen (Schulze-Brakel) weltweit Platzhirsch der Ploppschutzfabrikanten.

„Und bitte!“ – das „Action!“ in der aktuellen Berichterstattung. Gern gebraucht als Signalruf vom Kameramann, dass er aufnahmebereit ist und der Redakteur sein Interview starten oder der Protagonist seinen „Gog“ beginnen kann.

die SNG: eine typische Fernsehvokabel aus dem Englischen und Abkürzung für Satellite News Gathering. Damit ist zum einen das Übertragen von Bildern ins Funkhaus via Satellit gemeint. Zum anderen steht die Abkürzung für Fahrzeuge mit entsprechender Technik: meist Kleintransporter mit Schnittplatz an Bord und Satellitenschüssel auf dem Dach (Bild unten). Damit können nicht nur Beiträge direkt vor Ort geschnitten und ins Funkhaus überspielt werden, sondern eine Redaktion ist damit auch „live-fähig“ – kann also während einer Sendung zu einem Reporter nach draußen schalten. Eine SNG ist meist mit drei Mann unterwegs: dem Kameramann, dem Redakteur und dem Operator – letzterer ist Ton-Assistent sowie Cutter und bedient die Satellitentechnik zum Bildüberspielen.

Die Easy Link ist das technisch etwas abgespeckte – und damit kostensparendere – System: Eine Satellitenanlage, die auch von einem Redakteur allein bedient werden kann. Die Easy Link wird oft für kleinere Ereignisse eingesetzt, während SNG-Fahrzeuge bei länger andauernden Berichterstattungen von einem Ort losgeschickt werden.

SNG-Fahrzeug

Journalistendeutsch, Teil 7

etwas durchstechen: Ein schöner bildlicher Begriff, wenn über eine undichte Stelle in einer Behörde oder einem Unternehmen Vertrauliches an die Medien gelangt. „Durchstechen“ meint das gezielte Weitergeben von Informationen durch Insider – oft, um ein bestimmtes Thema in die Presse zu bringen.

Antextbilder: Fernseherfahrene Interviewpartner wissen bei dem Stichwort sofort, was zu tun ist: ein kurzer Gang vorbei an der Kamera, oder am Schreibtisch Akten durchblättern. Antextbilder sind die Einstellungen, mit denen in einem TV-Beitrag ein Protagonist vorgestellt wird. Im deutschen Fernsehen seit Jahrzehnten gern genommen: der Gang über den Flur. Vielen Zuschauern fallen solche Bilder kaum auf, da sie sich in unsere Sehgewohnheiten eingeschliffen haben. Bei der BBC entspann sich jedoch vor Jahren eine große Diskussion darüber, ob noddies oder walking-up set shots nicht zu gestellt und altmodisch wirken.

Stehsatz: Er ist so etwas wie die „stille Reserve“ einer Redaktion – fertig produzierte Beiträge bzw. Artikel, die in der aktuellen Sendung oder Zeitungsausgabe keinen Platz mehr hatten und demnächst veröffentlicht werden sollen. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Buchdruck und bezeichnete die einzelnen Bleisatz-Seiten, die man für spätere Neuauflagen einlagerte. Fast jede Redaktion pflegt einen Stehsatz – als Polster für nachrichtenarme Tage.

Eisbrecherfrage: „Wie zufrieden sind sie mit der Bundesliga-Saison?“ oder „Wann waren sie das letzte Mal im Theater?“: Mit solch einfachen, neutralen Fragen soll das Eis zwischen Journalisten und Gesprächspartnern gebrochen werden. Der Interviewte hat die Gelegenheit, sich „warmzureden“, und seine Reaktion hilft dem Redakteur, sich auf sein Gegenüber einstellen. Eisbrecherfragen haben das Ziel, ein angenehmes Gesprächsklima zu schaffen. Auch Markt- und Meinungsforscher bedienen sich solcher Fragen, um das Interesse des Befragten zu wecken.

„The Musalman“: Die letzte handgeschriebene Zeitung der Welt

Zeitungmachen als Handwerk: Im IT-Land Indien erscheint mit The Musalman die wohl letzte handgeschriebene Tageszeitung der Welt. Sie wird auf Urdu produziert. Da das Setzen der Schriftzeichen dafür sehr schwierig ist, bringen Schreiber alle Nachrichten in kunstvoller Kalligraphie zu Papier. Anschließend wird ein Negativ der handgeschriebenen Blätter angefertigt und auf Druckplatten gedruckt. Die Zeitung gibt es seit 1927, und auch als der jetzige Herausgeber den Musalman übernahm, wurde die Herstellung per Hand beibehalten. Ein indischer Kurzfilm erzählt über die Zeitung, ihre Redakteure und ihre Schreiber, die sich mit viel Enthusiasmus der Herstellung ihres Blatts widmen. Mehr über diese bemerkenswerte Zeitung gibt es auch bei Wikipedia und auf globalvoicesonline.