Wahl, Radio und Wölfe sowie Print im Podcast-Fieber: Die Lieb-Links vom September

Etwas Lesestoff für den Feiertag, lieber Blogleser und liebe Leserin: Bemerkenswerte Artikel entweder zum Thema Medien oder interessant gemachter Journalismus. Das Thema Bundestagswahl will ich dabei nur kurz streifen, da es dazu unglaublich viel Lesefutter gibt. Im Vorfeld der Wahl hat Der Tagesspiegel ein prima Stück Datenjournalismus abgeliefert, welches die wichtigsten und am häufigsten diskutierten Themen im letzten Parlament waren. Hier zeigt sich, was eine gute Infografik ist!

Datenjournalismus: Welche Themen haben den letzten Bundestag am meisten beschäftigt?
Datenjournalismus im Tagesspiegel: Welches waren die häufigsten Themen im Bundestag?

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Wie sich Lokaljournalismus ändern muss, #deutschlandspricht und Radioprobleme: Die Lieb-Links vom Juni

Lieber Blogleser, liebe Blogleserin, auch im Juni gab’s Artikel zum Thema Medien sowie gute Reportagen, die zu schade sind, um sie in der Infoflut untergehen zu lassen.

So zur Vertrauenskrise des Journalismus: Schon oft bejammert und analysiert. Der Deutschlandfunk hat mehrere Studien dazu unter die Lupe genommen. Fazit: Mehr Distanz zu den Mächtigen würde gut tun. Journalisten sind mittlerweile zu oft Teil der Elite. Zudem kommen zu viele Themen „von oben“, doch zu wenige „von unten“ in die Agenda. Also: Arbeiter und Bauern in die Redaktionen! Oder wie früher in der DDR Volkskorrespondenten heranziehen. Der ganze Artikel dazu hier.

Volkskorrespondenten im Leipziger Ratskeller 1952. Quelle: Deutsche Fotothek
Volkskorrespondenten wurden in der DDR oft die freien Mitarbeiter der Lokalzeitungen genannt: Eine wichtige Form der Massenverbindung des sozialistischen Journalismus, wie es damals hieß. Hier ein Lehrgang in Leipzig 1952. (Quelle: Deutsche Fotothek‎ [CC BY-SA 3.0 creativecommons.org, via Wikimedia Commons])
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Lieb-Links vom April: Lächelnde Londoner, rebellierende Buchhändler und Günter Walraff

Liebe Blogleser, hier zum Monatsanfang die Lieb-Links vom April: Interessante Artikel, ungewöhnliche Fotos und Posts – und was die Journaille sonst noch zu bieten hatte.

Wer mal in London war, kennt die Hektik in der Tube – und wie sich die meisten mit unbeweglicher Miene durch die Rush Hour bewegen. Und nun das: Viele Pendler, die mitten im dicksten Berufsverkehr in der Station Bank in die Kamera lächeln! Ein Meisterstück der Koordination, oder? Das muss dem Instagramer 6stops erstmal einer nachmachen. Mit diesem Foto hat er einen Wettbewerb des Evening Standard gewonnen – und über 50.000 Likes bei Instagram gesammelt.

#ESLondon & @evening.standard Competition Winner: congratulations to @6stops for this fascinating photo, taken in #BankStation. Luke, joined by friends @humannurture @stee_v & @lifeofteej convinced all the Londoners in the station, in the middle of rush-hour, to pose for this one photo. As you stare into the image you find all races, creeds and religions represented, Luke explains. See if you can spot one super naughty Londoner! ☺👋🏼 We loved how this photo united Londoners in that one moment. The coordination and bravery to address an entire station is genius. Luke wins an ES Online Gallery, @worldphotoorg blog feature, tickets to Sony World Photography Awards & Martin Parr exhibition at Somerset House which opens 21st April, a new @sonyalpha RX100 V camera worth £1,000 and this feature. Congrats again. Runners-up announced shortly. || @London chief editor @daveburt ❤🔥

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Lieb-Links vom März: To-do-Liste für Briten, die Lausitz in 360 Grad und die TV-Serie „Legion“

Liebe Blogleser, sorry, ich bin noch die Lieb-Links vom März schuldig! Themen anders als sonst aufgemacht, gut geschriebene Reportagen, außergewöhnliche Fernsehserien – hier sind sie.

Das stärkste Medieninteresse hierzulande zog im letzten Monat ja der Merkel-Besuch bei Trump auf sich. Damit verbunden reichlich Szenen, die zeigten wie fremd sich beide Staatslenker offenbar sind. Genügend Material für lustige GIF’s – und diese Animation hier ist meiner Meinung nach besonders geglückt :-).

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15 Titelblätter, die heute so nicht mehr möglich wären

„Ich hab da was geerbt, das könnte für dich interessant sein“, rief mich ein Verwandter vor Jahren an. Als wir uns trafen, drückte er mir ein dickes, Kilo schweres Bündel in die Hand. Tausende Blatt Papier, die an den Rändern oft schon etwas bröselten. „Alte Zeitungen, und du bist doch Journalist, kannst vielleicht was anfangen damit.“

Es waren Ausgaben der Berliner Illustrirten Zeitung, die ersten von 1911, die letzten von 1919. Warum sie aufgehoben wurden und auch in knappen Kriegszeiten nicht als Kohleanzünder endeten – keiner weiß es. Vielleicht, weil die BIZ einer der herausragenden Zeitungen ihrer Ära war, wie ich später las? Die erste richtige Illustrierte in Deutschland. Neu damals: Die vielen groß aufgemachten Fotos, dazu ein Mix aus paar aktuellen Nachrichten, dem Leserroman, etwas Kultur und Tratsch. Nicht zu schwer verdaulich, dennoch nicht belanglos, und immer auch patriotisch. Man hatte gern mal den Kaiser auf’m Titel. Zu Kriegszeiten wurden eigene Verluste meist verschwiegen, die der anderen dafür umso stärker herausgehoben.

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Lieb-Links von Februar: Über Neukölln, Podcast-Liebe und den Medienkonsum der Kubaner

Gutgemachten Journalismus oder interessante Medien-Artikel teile ich gern bei Twitter. In der Tweetflut gehen sie aber schnell wieder verloren – deshalb gibt’s ab jetzt die „Lieb-Links“: Themen anders als sonst aufgemacht, gut geschriebene Reportagen, Sachen die man selten liest.

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„Wichtiger noch als elegantes Schreiben sind Wühlerqualitäten“: Sechs Tipps für frische Freie von Reporter Ulrich Wolf („Sächsische Zeitung“)

2015 wurde er zum „Journalisten des Jahres“ gewählt, im April 2016 erhielt er gemeinsam mit zwei seiner Kollegen den Wächterpreis der deutschen Tagespresse: Ulrich Wolf von der Sächsischen Zeitung in Dresden. Das Medium-Magazin lobte ihn für seine Recherchen zur Vergangenheit von Pegida-Gründer Lutz Bachmann, und weil er sich Montag für Montag erneut zwischen die Pegida-Demonstranten stellte, trotz Pöbeleien und persönlicher Angriffe. Reporter in Dresden, der Pegida-Stadt: In deutschen Lokalredaktionen dürfte es wohl kaum einen Job dieser Art geben, der in den letzten Monaten herausfordernder war. Hier, wo Brüche in der Gesellschaft deutlicher zu Tage treten als anderswo, Journalisten auch tätlich angegangen werden und zudem die Polizei manchmal ganz eigene Auffassungen von Pressefreiheit vertritt. Was rät einer, der in solchem gesellschaftlichen Klima arbeitet, jungen Kollegen? Rät er überhaupt zum Schritt in die Medien? Auf jeden Fall, sagt Ulrich Wolf: „Denn Journalismus wird wieder wichtiger in seiner Funktion als Schleusenwärter, als Orientierung in der Flut von Infos und Gerüchten“, begründet der 51-jährige. 

Seine Recherchen zur Vergangenheit von Pegida-Gründer Lutz Bachmann haben ihn über Dresden hinaus bekannt gemacht: Ulrich Wolf ist Reporter bei der "Sächsischen Zeitung". Foto: kairospress
Seine Artikel und Recherchen zu Pegida und zur Vergangenheit von dessen Gründer Lutz Bachmann haben ihn bekannt gemacht: Ulrich Wolf ist Reporter bei der „Sächsischen Zeitung“ in Dresden. Foto: kairospress

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