„Über Google hinaus zu recherchieren ist wichtiger, als gute Tweets zu schreiben“: Acht Tipps für frische Freie von SHIFT-Gründer Daniel Höly

Daniel Höly ist Diplom-Online-Journalist und Blogger und Gründer des Zeitungsprojektes
Daniel Höly ist Diplom-Online-Journalist, Blogger und Gründer des Zeitungsprojektes „Shift“. Foto: Dietmar Funck

Wenn über Wandel im Journalismus und den Medien diskutiert wird, ist er oft dabei: Daniel Höly, 28 Jahre jung, Diplom-Online-Journalist und Blogger mit einem ordentlichen Maß an Unternehmergeist. Während viele Kollegen Print als nicht mehr zeitgemäß empfinden, setzt er per Crowdfunding seinen Wunsch nach einem niveauvollen Magazin um und bringt SHIFT heraus. Mittlerweile gibt es davon die zweite Nummer. Der Bonner steht außerdem hinter dem Weblog JUICED, hat auch für hr-online, evangelisch.de und die taz geschrieben. Er gibt Bloggerseminare, befasst sich mit Multimedia-Storytelling und hat kürzlich sein eigenes Medienunternehmen gegründet: creedoo fasst SHIFT, JUICED und auch Agenturdienstleistungen zusammen. Viele Hüte auf einem Kopf also – und entsprechend umfangreich ist auch Daniels Tippliste geworden! Weiterlesen

„Eigene Medien werden sich durchsetzen“: Vier Tipps für freie Journalisten von Peter Stawowy („Flurfunk Dresden“)

An ihm kommt man als Journalist zumindest in Mitteldeutschland kaum vorbei: Der Dresdner Peter Stawowy hat mit seinem Flurfunk-Blog ein passables Portal geschaffen für alles Wichtige zum Thema Medien. Wo Stellen wegfallen, wer bald für welches Ministerium spricht – was sich in Redaktionen, Agenturen und Pressestellen der Region tut, weiß der selbständige Medienberater oft früher oder genauer als andere.

Peter Stawowy ist selbständiger Medienberater und betreibt das "Flurfunk"-Blog. (Foto: André Forner)
Peter Stawowy ist selbständiger Medienberater und betreibt das „Flurfunk“-Blog. (Foto: André Forner)

Der 43-jährige, der vorher u.a. für den kressreport schrieb, den SPIESSER zur bundesweit gelesenen Jugendzeitschrift machte und als Studi ein Uniradio gründete, berät vor allem Behörden und Verlage in puncto Kommunikation. Wer seine Fühler so dicht an den Medienchefetagen hat: Was rät der jungen Einsteigern? „Man sollte sich keinen Illusionen hingeben, freier Journalist zu werden ist ein harter Lernprozess“, meint Peter und nennt vier wichtige Tipps für frische Freie. Weiterlesen

Als Journalist starten: Tipps für frische Freie – diesmal von Martin Hoffmann (DIE WELT)

„Streams are my reality“ ist Martin Hoffmanns Spruch, und verbunden mit dem Web hat auch sein Weg als Redakteur begonnen: 2006 startete er sein Onlinejournalismus-Studium. Danach Praktika, ab 2010 MDR-Volontariat, anschließend Social-Media-Conceptioner beim MDR in Magdeburg. Seit September ist er Leiter Social Media bei der WELT in Berlin, zwischendrin wurde er vom medium magazin noch zu einem der „Top 30 bis 30“-Journalisten ernannt. Große Stories, investigative Recherchen? Nein, seinen Platz sieht er woanders: „Mich reizt eher das strukturelle Denken, dass ich die Grundzüge einer Story entwerfen kann und wie sie dann in verschiedenen Medien erzählt wird“, sagt er. Dass er in kurzer Zeit so weit gekommen ist, schiebt Martin vor allem auf seine Online-Begeisterung. Vielleicht hat er deshalb gleich im ersten Anlauf ein Volontariat bekommen – und konnte sich mit anderen MDR-Kollegen 2013 den Bremer Fernsehpreis teilen für die beste crossmediale Innovation, das Twitter-Projekt @9Nov89live.

Martin Hoffmann ist seit kurzem Social Media-Chef bei der WELT in Berlin (Foto: privat).
Martin Hoffmann ist seit kurzem Social Media-Chef bei der WELT in Berlin (Foto: privat).

„Sofort mit Twittern beginnen“ – das ist auch sein erster Tipp für frische Freie. „Twitter ist ein sehr gutes Tool für die Vernetzung und den Blick über den Tellerrand“, ist Martin überzeugt. Nebenher entwickle man ein gutes Gefühl dafür, über welche Themen im Netz geredet wird. Weiterlesen

Als Journalist starten: Tipps für frische Freie – diesmal von Jannis Kucharz

Er ist der Mann mit dem Video-Newsletter mit der Kaffeemaschine drin: Jannis Kucharz ist vielen als der Kopf von netzfeuilleton.de und den regelmäßig ausgeschickten Morgenlinks bekannt. Dort geht es um Trends im Journalismus und der Medienwelt. Kucharz, der bereits als Kind bei einer Radiosendung mitgemischt hat, bekam seine ersten beiden Praktika über Twitter und ist heute – neben seinem Studium – im Verlag der Allgemeinen Zeitung in Mainz in der Geschäftsentwicklung tätig und wirkt an einigen Videoformaten mit. Seine ersten beiden Praktika ergatterte er über Twitter. Für junge Journalisten empfiehlt er das Bloggen, um sich einen Namen zu machen. Und das muss nicht unbedingt der eigene Blog sein: „Man ist auf keinen Auftrag angewiesen, um einen Text zu schreiben. Und man kann bei einem anderen Blog mitschreiben – bei uns auf netzfeuilleton.de etwa sind Mitstreiter gefragt.“

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Als Journalist starten: Tipps für frische Freie, diesmal von Bettina Blaß

Bettina Blaß (Foto: privat)
Bettina Blaß (Foto: privat)

Geld, Immobilien, Versicherungen: Das sind die Themen, mit denen Bettina Blaß seit 14 Jahren vorrangig ihr Geld verdient – elf Jahren schon arbeitet sie als Freie. Was Kollegen manchmal als „Erbsenzählerei“ belächeln, lässt sie als Verbraucherjournalistin gut leben. „Das ist das Schwarzbrot, und dafür zahlen meine Kunden so, dass ich mir Croissants leisten kann“, meint die Kölnerin scherzhaft. Ihre Croissants, das sind ihre e- und i-books sowie ihre sehr sehenswerten Instagram-Aufnahmen. Die freie Wirtschaftsjournalistin lehrt außerdem Online-Journalismus an der Uni Mainz und bloggt mit Timo Stoppacher unter fitfürjournalismus.de.

Ein breites Portfolio mit viel Erfahrung also – DEN Supertipp für junge Freie zu geben sei jedoch schwer. „Für Medieneinsteiger war es noch nie so schwierig wie heute, gut bezahlte Arbeit zu finden“, glaubt sie. Deshalb rät Bettina: Möglichst viel Praxiserfahrung sammeln! Doch nicht mit einem sechsten oder siebten Praktikum, sondern als freier Autor: „Um Gefühl für die Selbständigkeit zu gewinnen und etwas Geld zu verdienen“.

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Als Journalist starten: Tipps für frische Freie – diesmal von Timo Stoppacher

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Timo Stoppacher (Foto: privat)

Timo Stoppacher schreibt mit Bettina Blass auf fitfürjournalismus.de über erfolgreiches Selbständigsein, hat die acht DJV-Thesen zur Journalismus-Zukunft mitentwickelt und kürzlich in einer Blogparade gefragt, was Redakteure heute denn alles können sollten. Als Spezialist für die Themenfelder Technik, Smartphones und Internet schreibt er unter anderem für das t3n-Magazin, bringt darüber auch Bücher heraus und gibt Seminare zum Bloggen sowie zur Existenzgründung freier Journalisten. Genau der Richtige also für die Frage, wie man den richtigen Einstieg in die Medienwelt findet und wo sich Nischen bieten. Weiterlesen

Als Journalist starten: Tipps für frische Freie – diesmal von Fanny Facsar

Journalistisch ist Fanny Facsar schon weit durch die Welt gekommen: Volo bei CNN und der Neuen Zürcher Zeitung, Producerin im ZDF-Studio Washington, jetzt Redakteurin bei den ZDF-„heute“-Nachrichten sowie beim WDR-Radio und beim SWR-Fernsehen. 2013 gewann sie einen ZDF-Innovationswettbewerb mit ihrer Idee für ein junges, interaktives Nachrichtenformat namens „#Newslab“. Die 32-Jährige mit ungarischen Wurzeln berichtet zudem weiter für CNN über Ereignisse in Ungarn, außerdem ist sie Dozentin für crossmedialen Journalismus am BWK in Berlin.

Diesen Preis gab es für ihre Idee zu einem interaktiven Nachrichtenformat: Fanny Facsar gewann 2013 einen ZDF-Innovationswettbewerb.
Fanny Facsar und ihr „#Newslab“-Preis. (Foto: Rico Rossival).

Ganz schön viel Arbeit, oder? „In der Medienbranche zählen gute Leistung und Kontakte. Mein Vater ist Sternekoch – also weit weg vom Journalismus. Eigeninitiative war deshalb von Anfang an wichtig“, erklärt sie.  Für sich werben – doch nicht auf die aggressive Art. Denn: „Es stimmt, man wird meist nur als so gut erachtet, wie es der letzte Beitrag war. Für ein gutes Fundament sind aber nicht die großen Namen von bekannten Sendern wichtig – das meiste habe ich nach dem Abitur bei einer Regionalzeitung in Thüringen gelernt. Alles andere baute darauf auf.“
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Als Journalist starten: Tipps für frische Freie – diesmal von Klaus Bardenhagen

„Wieso gerade Taiwan?“ Diese Frage hört Klaus Bardenhagen immer wieder, denn sein Arbeitsort klingt für viele sehr exotisch: Seit 2009 lebt er als freier Journalist und VJ auf der Insel und berichtet für Radiostationen, Zeitungen sowie für zdf.info und den NDR. Nach einem Chinesischkurs war er auf der Insel hängengeblieben, inzwischen hat er sich als Taiwanreporter und Crowdfunder einen Namen gemacht.  „Zum einen wollte ich vor Ort weiter Chinesisch lernen, zum anderen ist Taiwan interessanter und wichtiger, als es in deutschen Medien rüberkommt, und es gab dort quasi keine deutschen Korrespondenten.“ Der Start in Fernost lief auch deshalb gut, weil Klaus bereits Erfahrungen als freier Mitarbeiter hatte: „Nach meinem Volo war ich mehrere Jahre beim NDR-Fernsehen und anderen Sendern und kannte das öffentlich-rechtliche System ein Stück weit. So hatte ich Kontakte und wusste, wie Redaktionen ihre Sendungen bauen, nach welchen Kriterien Aufträge vergeben werden“, erzählt er.

Klaus Bardenhagen (Foto: privat)
Klaus Bardenhagen (Foto: privat)

Als Freier im Ausland empfiehlt der 37-jährige vor allem das öffentlich-rechtliche Radio als Arbeitgeber, da hier Aufträge einfacher vergeben werden können als beim Fernsehen: „Fernsehen ist ein spezieller Fall, denn die öffentlich-rechtlichen Auslandsstudios haben ihre Regionen abgesteckt. Will man für ARD oder ZDF einen Bericht drehen, muss das vorher abgeklärt werden.“ Beim Hörfunk – und auch bei Deutsche Welle TV – ist hingegen direkt die Redaktion in Deutschland Klaus‘ Ansprechpartner. Eine Fernsehnische hat er mittlerweile dennoch aufgetan – indem er sich in einen Bereich einarbeitete, für den Taiwan weltbekannt ist: Hightech, Smartphone, Tablets. „Für 3sat habe ich einen Beitrag über den deutschen Technikblogger Sascha Pallenberg gedreht, der hier auf Taiwan lebt und über die neuesten Gadgets schreibt. Später rief zdf.info an und wollte gern regelmäßig Berichte über Neues aus der Computerbranche.“ Standortvorteile nutzen, sich spezialisieren, rät Klaus – doch ausschließlich als Computer-Experte sieht er sich nicht.
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Als Journalist starten: Tipps für frische Freie – diesmal von Rico Grimm

Rico Grimm (Foto privat)
Rico Grimm (Foto privat)

Er reist gern an Orte, wo viele Kollegen sich nur mit dem Finger auf der Landkarte hin trauen: Rico Grimm, Jahrgang 1986, veröffentlichte kürzlich eine Spiegel Online-Geschichte aus dem Norden Iraks, zuvor war er ein halbes Jahr als Stipendiat in Israel und den Palästinenser-Gebieten unterwegs. Er schreibt für die Online-Redaktionen von ZEIT und Spiegel und für verschiedene Magazine, seine Ausbildungsvita liest sich gut: Studium an der Deutschen Journalistenschule in München, Praktika beim Spiegel und Financial Times Deutschland. Das dürfte den Start leicht machen, oder? Weiterlesen

Als Journalist starten: Tipps für frische Freie, Teil 2

Wie kann man als frischer Freier Fuß fassen im Journalismus? Letzte Woche gab es dazu Tipps von Kollegen, die sich ausführlich mit dem Wandel der Medienbranche auseinandersetzen. Diesmal sind es drei Journalisten, die bereits jahrelang oder erst seit kurzem als Freie unterwegs sind, im Print- sowie im Fernsehbereich sowie als Sportjournalist. Was würden sie jungen Autoren raten, und sehen sie in ihren Arbeitsfeldern Nischen für Neuankömmlinge? Weiterlesen

Als Journalist starten: Tipps für frische Freie – Teil 1

dapd insolvent, Financial Times am Ende, bei Gruner und Jahr, ZDF und anderswo Hunderte Stellen weniger: Richtig ans Herz legen möchte man den Journalistenberuf derzeit eigentlich niemandem. Wer es sich dennoch nicht ausreden lässt, was kann man dem raten? Selbst Kollegen, die lange im Geschäft sind, zucken da derzeit mit den Schultern. Welche Tipps aber haben die Medienmenschen, die sich intensiv mit dem Wandel ihrer Branche auseinandersetzen? Vier von ihnen habe ich gefragt, als das Beratungsbüro Kreacon mich zu einem Workshop für Journalismus-Newcomer einlud.  Weiterlesen