Datenjournalismus selbst probiert – zweiter Schritt: die richtigen Daten finden

So, nachdem ich im ersten Schritt mich mit Excel angefreundet habe, kommt jetzt das Basteln mit Daten. Doch wie geht man am besten vor? Gibt es einen Step-by-step-Plan zur perfekten Datenstory?

Den typischen Workflow bei einer Analyse hat Simon Rogers, ehemaliger Dateneditor beim Guardian, auf seiner Website aufgezeichnet (eine deutsche Übersetzung von David Bauer gibt es hier). Die Vorgehensweise ist wie bei jeder Recherche: Am Anfang steht eine klar formulierte Frage, von der aus nach verfügbaren Zahlen gesucht wird. Dann also losgekramt!

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(Foto: Pixabay auf Pexels.com)

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Datenjournalismus selbst ausprobiert – erster Schritt: Excel begreifen

Mathe war nie mein Lieblingsfach, und das Statistikseminar an der Uni – naja, besser Schwamm drüber. Jetzt aber kasteie ich mich freiwillig mit Zahlenbergen und Excel-Tabellen: Denn ich will die Grundlagen des Datenjournalismus lernen, zumindest begreifen. Zum einen hoffe ich, dass man beim Datenkramen neue, interessante Themen und Zusammenhänge findet. Zum anderen gibt es immer mehr öffentlich verfügbare Daten, und der versierte Umgang damit wird ein Plus und vielleicht auch ein Muss für jeden (freien) Journalisten sein: „Daten sind das neue Öl“. In den kommenden Wochen und Monaten will ich hier ein kleines Datenjournalismusprodukt – zu welchem Thema, steht noch nicht fest – zustande zu bringen: als Infografik, als Tabelle, wie auch immer.

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Fanfaren, Gongs und Skylineflüge – die Welt der Nachrichten-Intros

Er soll Erkennungssignal sein, Aufmerksamkeit wecken und neugierig machen: Der Nachrichtenvorspann – neudeutsch Intro beziehungsweise Opening. Er ist sozusagen Eingangstür zum Seriösesten und Wichtigsten, was ein Fernsehprogramm bietet. Wie gestalten Sender dieses Element – speziell in einer Zeit, wo viele das Neueste eh schon längst auf ihrem Smartphone gelesen haben? Mit welchen gestalterischen Mitteln machen Redaktionen klar, dass sie kompetent über Weltereignisse informieren? Lasst uns dazu auf eine kurze Reise durch die Intro-Welt gehen!

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Nachholebedarf im Umweltjournalismus

Gibt man bei Google das Stichwort „Umweltjournalismus“ ein, erhält man derzeit 5.450 Treffer, bei Amazon finden sich ganze sechs Bücher. Ziemlich dürr für ein so breites Themengebiet, das uns quasi täglich begleitet. Im Medium Magazin haben Torsten Schäfer und Marie-Luise Braun den Umweltjournalismus hierzulande unter die Lupe genommen – und einigen Nachholebedarf diagnostiziert. Weiterlesen

Die erste Nachricht über den Untergang der „Titanic“

"Berliner Illustrirte Zeitung" vom 28. April 1912
Die „Berliner Illustrirte Zeitung“ vom 28. April 1912

Der Eisberg als riesiges Totengespenst: Der Untergang der „Titanic“ vor 100 Jahren war auch für die Berliner Illustrirte Zeitung Titelthema. Das namhafte Wochenblatt berichtete in seiner Ausgabe vom 28. April – 2 Wochen nach der Katastrophe – in Zeichnungen und mit Fotos vom Untergang des Luxusschiffes. Hauptthema: Die Versuche der Schifffahrtsgesellschaft, den wahren Hergang der Katastrophe zu verschleiern. Weiterlesen

Als Bürger-Journalist unterwegs in Syrien – William Gagan

Wenig Equipment, doch umso mehr Mut: Mit Smartphone, Mikro und einem leistungsstarken Akku reiste der Amerikaner William Gagan durch Syrien, um per Video mehr von der Situation dort zu zeigen. Zum Journalismus gekommen war der gelernte Barkeeper durch die Occupy-Bewegung in den USA – im Fernsehen seien die Proteste nur ungenügend abgebildet worden. Auch die Ereignisse in Syrien, so Gagans Meinung, werden von konventionellen Medien und deren Korrespondenten nicht ausreichend erklärt. Zwar musste er nach kurzer Zeit wieder das Land verlassen, doch Hunderte verfolgten seine Berichte und Tweets, und eines seiner Videos konnte er an die Nachrichtenagentur Reuters verkaufen. Deutschlandradio-Reporterin Hanna Ender hat ihn vor und nach seiner Reise zum Gespräch getroffen. Neben seiner Website sammelt er auf ustream.tv seine Videos und Reportagen, und er twittert unter @WillyFoREal. Dem Fernsehkanal Kron 4 erklärte Gagan, wie er arbeitet.

„Datenjournalismus ist der wichtigste Trend“

 Was medienmäßig in den USA passiert, kommt mehr oder minder irgendwann auch hier an.  Interessant also, was Managerin Shazna Nessa von der US-Nachrichtenagentur Associated  Press über neue Trends berichtet. Dem Onlinemagazin Meedia verriet sie in einem Interview, welche  Social Media-Plattformen von US-Journalisten mehr und mehr zur Recherche genutzt  werden und  ob angesichts der Entwicklungen Redakteure heute genauso gut auch Techniker sein  müssen.

Shazna Nessa ist auch auf dem Hamburger Scoopcamp dabei, wo ab kommenden Mittwoch über die  Zukunft des Journalismus diskutiert wird. Die gebürtige Londonerin twittert übrigens unter @shazna. Mit in Hamburg: die beiden Deutsche Welle-Journalisten Marcus Bösch und Mirko Lorenz, ebenfalls Experten für Datenjournalismus.

Pimp up für Bürgerjournalismus: CNN ruft zum „iReporter Boot camp“

„iReporter“, das klingt schick, und einmal für CNN arbeiten dürfte viele locken: So lädt der Sender derzeit ein, am „iReport boot camp“ teilzunehmen. Jeweils freitags wird ein Thema veröffentlicht, zu dem jeder Ideen einreichen kann – die besten erhalten ein Feedback von CNN-Journalisten und werden veröffentlicht. iReport.cnn.com – die Bezeichnung rührt vom englischen „ich berichte“ – ist die weltweit wohl größte Plattform für Bürgerjournalismus. CNN hofft auf einige echte Nachrichten im Video- und Fotostrom, gleichzeitig bietet sich Quereinsteigern und junge Reportertalenten ein Forum. Auf der Seite zum Boot Camp finden sich in mehreren Rubriken auch einige Tipps für den Reporteralltag, etwa zum Fotografieren und zur Bildbearbeitung oder zum Video-Erstellen.

Eine Deutschstunde mit Wolf Schneider

Die Uni Passau hat den Journalisten und Sprachkritiker – der Stern betitelte ihn einst als „Levitenleser der Nation“ – zur Summer School eingeladen. Sein Referat über Sprache, Stil und Redigieren ist selbst in Auszügen brilliant.

Wer mehr von ihm hören will: In seinem Videoblog „Speak Schneider“ zieht er regelmäßig über Sprachschludereien her.

„Ein Qualitätsfundamentalist“, der als Chef der Henry-Nannen-Schule wohl ziemlich nerven konnte: Im ZAPP-Medienmagazin erinnern sich Journalisten an ihren Lehrmeister. Mit ihnen und mit den Medien generell geht Schneider noch immer gern ins Gericht: „Recherchieren finde ich im Übrigen … nicht mal das Wichtigste. Sondern das Allerwichtigste ist Misstrauen!“

Kriegsreporter auf eigene Faust

Jonathan Stock

Im Frühjahr brach Jonathan Stock nach Libyen auf, wurde prompt von Spiegel Online angestellt – und wieder entlassen, als er eigenmächtig nach Syrien weiterreiste. Das Reporter-Forum hat den 28-jährigen interviewt, der ohne etwas über das Gaddafi-Land zu wissen einfach losfuhr. Er traf berühmte US-Reporter wie Jon Lee Anderson – und erzählt, unter welchen Umständen in Kriegsgebieten Nachrichten entstehen. Ein hochspannendes Interview, mit dem Eingeständnis: „Krieg ist furchtbar … Andererseits: für einen Journalisten sind solche Krisensituationen natürlich perfekt.“ Stock, der einst von Schleswig-Holstein nach Indien trampte, hat die Henri-Nannen-Schule besucht und twittert unter @jonathanstock.

Dollars sammeln für die Libyen-Reportage: US-Journalisten blicken auf die Zukunft der Branche

Auch in den USA wird der Berufseinstieg für junge Journalisten immer schwieriger: 18 Absolventen der Columbia Journalism School blicken deshalb in ihrem Projekt fastforwardnews auf die Branche und ihre Entwicklungen. Was müssen Fernsehjournalisten neben dem Redaktionshandwerk beherrschen, wieviel verdient man als Schreiber für sogenannte Content Farmen (in Deutschland z.B. Suite101)? Und wie arbeiten freie Journalisten, die per Crowd Funding Geld für ihre Rechercheprojekte sammeln müssen – etwa Rachel Anderson, die aus Benghazi über libysche Rebellen berichtet? In elf Videos berichtet fastforwardnews über die Entwicklungen der Branche, die sich ähnlich auch in Deutschland vollziehen. Die 18 Journalisten sind auch auf twitter (@newjournos) sowie bei facebook zu finden.

Nachtrag vom 18.05.: Sponsoren für Recherchen und Reisen sucht auch Richard Gutjahr – wer will, kann ein G!friend werden. Mit einer Infobroschüre zu seinem Blog will der Journalist zeigen, warum es sinnvoll ist, ihn zu unterstützen.

Ägypten, Gutjahr und deutsche Medien: Mehr Vernetzung, bitte!

Richard Gutjahr ist zurück aus Ägypten, die deutschen Fernsehsender und Onlineportale haben nach etlicher Kritik ihre Berichterstattung über Kairo erweitert. Interessant wird sein, ob Sender und Verlagshäuser aus den Schwachpunkten lernen – und ob das Beispiel Gutjahr sie überzeugt, häufiger mit Bloggern bzw. freien bloggenden Kollegen zusammenzuarbeiten.  Weiterlesen

Lokales geht immer – oder?!

In den USA haben Blogs mit hyperlocal news – also dem, was direkt um die Ecke passiert – schon viele Leser. Auch in Deutschland sprießen immer mehr digitale Stadtteil-Websites, berichtet Deutschlandradio. Beispiele für ambitionierte regionale Berichterstattung: das heddesheimblog, die prenzlauer berg Nachrichten oder jenapolis. Weniger Zeitung als vielmehr Portal hingegen ist frankfurt-gestalten.de: Es wertet Lokalblätter und behördliche Daten aus und will zum Mitdiskutieren und Einmischen in lokale Angelegenheiten anregen.  Weiterlesen