„Bei Deep Fakes werden wir eine schnelle Entwicklung sehen“: Tipps von Journalist Bernd Oswald zum Verifizieren und Faktenchecken

Infos, Fotos und Videos auf Wahrheitsgehalt prüfen: Geht per Google. Oder Twitter. Und darüber hinaus? Verifikation ist seit Jahren eines der Buzzwords im Journalismus – trotzdem tauchen oft Fragen auf. Denn nicht jeden Tag muss jede Info aufwändig verifiziert werden. Gibt es das ultimative Rezept zum Verifizieren? Wie kommen wir raffinierten Schummeleien auf die Schliche? „Dafür musst du denken lernen wie ein Fälscher“, meint Bernd Oswald, Trainer und Journalist aus München. Früher bei sueddeutsche.de und heute bei BR24, sind die Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf den Journalismus seit 2009 sein Lieblingsthema. In seinem neuen Buch Digitaler Journalismus. Ein Handbuch für Recherche, Produktion und Vermarktung beim Midas-Verlag beschäftigt er sich auch mit Methoden, wie man Fakten, Fotos und Filmsequenzen prüfen kann.

Bernd Oswald ist Digitaljournalist und Journalismus-Trainer aus München: „Beim Verifizieren muss man Detektivarbeit leisten und um die Ecke denken.“ (Foto: Andreas Unger)

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Wahl, Radio und Wölfe sowie Print im Podcast-Fieber: Die Lieb-Links vom September

Etwas Lesestoff für den Feiertag, lieber Blogleser und liebe Leserin: Bemerkenswerte Artikel entweder zum Thema Medien oder interessant gemachter Journalismus. Das Thema Bundestagswahl will ich dabei nur kurz streifen, da es dazu unglaublich viel Lesefutter gibt. Im Vorfeld der Wahl hat Der Tagesspiegel ein prima Stück Datenjournalismus abgeliefert, welches die wichtigsten und am häufigsten diskutierten Themen im letzten Parlament waren. Hier zeigt sich, was eine gute Infografik ist!

Datenjournalismus: Welche Themen haben den letzten Bundestag am meisten beschäftigt?
Datenjournalismus im Tagesspiegel: Welches waren die häufigsten Themen im Bundestag?

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Medien-Startups, Radionachrichten, GIF-Journalismus: Die Lieb-Links des Sommers

Liebe Blogleser, es ist wieder Zeit für eine handverlesene Auswahl an Links zu interessanten Mediendiskussionen und Artikeln. Bald ist Bundestagswahl – und manche Redaktionen wollen mal mit echten Menschen reden. Bei Bürgergesprächsrunden oder ähnlichem will man erfahren, wie es den Leuten geht. Hä? Ist das nicht die eigentliche Aufgabe von Journos? Die taz schreibt über diese Bemühungen und zitiert RTL-Chefredakteur Michael Wulf: „Ich bin gerade durch Bitterfeld durchgefahren. Ich glaube kaum, dass auch nur einer unserer Journalisten da je hinkommt!“ Nach der Altmark, dem Hunsrück oder der Prignitz und Neuruppin will man da gar nicht erst fragen … Alles weitere im Artikel Wie wär’s mit Lokaljournalismus?

Hier war RTL sicher auch noch nicht: Die Prignitz bei Spiegelhagen. Foto: Martin Janecke – CC BY-SA 3.0

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Wie sich Lokaljournalismus ändern muss, #deutschlandspricht und Radioprobleme: Die Lieb-Links vom Juni

Lieber Blogleser, liebe Blogleserin, auch im Juni gab’s Artikel zum Thema Medien sowie gute Reportagen, die zu schade sind, um sie in der Infoflut untergehen zu lassen.

So zur Vertrauenskrise des Journalismus: Schon oft bejammert und analysiert. Der Deutschlandfunk hat mehrere Studien dazu unter die Lupe genommen. Fazit: Mehr Distanz zu den Mächtigen würde gut tun. Journalisten sind mittlerweile zu oft Teil der Elite. Zudem kommen zu viele Themen „von oben“, doch zu wenige „von unten“ in die Agenda. Also: Arbeiter und Bauern in die Redaktionen! Oder wie früher in der DDR Volkskorrespondenten heranziehen. Der ganze Artikel dazu hier.

Volkskorrespondenten im Leipziger Ratskeller 1952. Quelle: Deutsche Fotothek
Volkskorrespondenten wurden in der DDR oft die freien Mitarbeiter der Lokalzeitungen genannt: Eine wichtige Form der Massenverbindung des sozialistischen Journalismus, wie es damals hieß. Hier ein Lehrgang in Leipzig 1952. (Quelle: Deutsche Fotothek‎ [CC BY-SA 3.0 creativecommons.org, via Wikimedia Commons])
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Wahlnacht in der BBC: Die Show der Zahlen und Stimmboxen-Sprints

Wahlen sind Großkampftage beim Fernsehen – und die Gelegenheit, es auch optisch mal so richtig „krachen“ zu lassen. Donnerstag Nacht ließ die BBC mal wieder sehen, dass sie beim Infodesign unter Europas Sendern wohl die Krone auf hat. Wahlsendungen zu schauen macht selten so viel Spaß.

Was da lief, war ein Feuerwerk an Grafiken: Die Abstimmungsergebnisse wurden zumeist in 3D visualisiert, und das Studio verwandelte sich abwechselnd in den Unterhaus-Sitzungssaal, die Downing Street oder die Innenräume des Big Ben-Glockenturms. Mittendrin Moderator Jeremy Vine, der mit viel Verve stundenlang Hochrechungen, Trends und neueste Entwicklungen erklärte.

Vine ist im britischen Fernsehen und Radio einer der bekanntesten und vielseitigsten Politpresenter – und hat Showerfahrung als Quiz-Moderator.  Mal spazierte er über eine überdimensionale Karte aller Wahlkreise, dann stand er vor dem Haus des Premierministers, später in der Lobby im House of Commons. Eine Wahlaufbereitung mit hohem Entertainmentfaktor: Ob das jedem so gefällt – besonders unter den deutschen Zuschauern – ist die eine Sache. Ideenreich gemacht ist es auf alle Fälle.

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Antarktis-Eis und Constructive Journalism in Sachsen: Die Lieb-Links vom Mai

Liebe Blogleser, bei den Lieb-Links vom Monat Mai haben sich viele Artikel zum Thema Journalismus gesammelt – schließlich war European Newspaper Congress. Aber es gibt auch noch anderes: Ein wunderbares Beispiel für Multimediajournalismus ist der neueste Streich der New York Times. Redakteure waren in der Antarktis unterwegs und zeigen sehr anschaulich, wie sich die Eismassen des Kontinents durch den Klimawandel verändern. Fünf Jahre nach Snowfall ein neues, beispielhaftes Projekt mit gut gestalteten Infografiken und Animationen.

 

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Lieb-Links vom April: Lächelnde Londoner, rebellierende Buchhändler und Günter Walraff

Liebe Blogleser, hier zum Monatsanfang die Lieb-Links vom April: Interessante Artikel, ungewöhnliche Fotos und Posts – und was die Journaille sonst noch zu bieten hatte.

Wer mal in London war, kennt die Hektik in der Tube – und wie sich die meisten mit unbeweglicher Miene durch die Rush Hour bewegen. Und nun das: Viele Pendler, die mitten im dicksten Berufsverkehr in der Station Bank in die Kamera lächeln! Ein Meisterstück der Koordination, oder? Das muss dem Instagramer „6stops“ erstmal einer nachmachen. Mit diesem Foto hat er einen Wettbewerb des Evening Standard gewonnen – und über 50.000 Likes bei Instagram gesammelt.

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#ESLondon & @evening.standard Competition Winner: congratulations to @6stops for this fascinating photo, taken in #BankStation. Luke, joined by friends @humannurture @stee_v & @lifeofteej convinced all the Londoners in the station, in the middle of rush-hour, to pose for this one photo. As you stare into the image you find all races, creeds and religions represented, Luke explains. See if you can spot one super naughty Londoner! ☺👋🏼 We loved how this photo united Londoners in that one moment. The coordination and bravery to address an entire station is genius. Luke wins an ES Online Gallery, @worldphotoorg blog feature, tickets to Sony World Photography Awards & Martin Parr exhibition at Somerset House which opens 21st April, a new @sonyalpha RX100 V camera worth £1,000 and this feature. Congrats again. Runners-up announced shortly. || @London chief editor @daveburt ❤🔥

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Lieb-Links vom März: To-do-Liste für Briten, die Lausitz in 360 Grad und die TV-Serie „Legion“

Liebe Blogleser, sorry, ich bin noch die Lieb-Links vom März schuldig! Themen anders als sonst aufgemacht, gut geschriebene Reportagen, außergewöhnliche Fernsehserien – hier sind sie.

Das stärkste Medieninteresse hierzulande zog im letzten Monat ja der Merkel-Besuch bei Trump auf sich. Damit verbunden reichlich Szenen, die zeigten wie fremd sich beide Staatslenker offenbar sind. Genügend Material für lustige GIF’s – und diese Animation hier ist meiner Meinung nach besonders geglückt :-).

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15 Titelblätter, die heute so nicht mehr möglich wären

„Ich hab da was geerbt, das könnte für dich interessant sein“, rief mich ein Verwandter vor Jahren an. Als wir uns trafen, drückte er mir ein dickes, Kilo schweres Bündel in die Hand. Tausende Blatt Papier, die an den Rändern oft schon etwas bröselten. „Alte Zeitungen, und du bist doch Journalist, kannst vielleicht was anfangen damit.“

Es waren Ausgaben der Berliner Illustrirten Zeitung, die ersten von 1911, die letzten von 1919. Warum sie aufgehoben wurden und auch in knappen Kriegszeiten nicht als Kohleanzünder endeten – keiner weiß es. Vielleicht, weil die BIZ einer der herausragenden Zeitungen ihrer Ära war, wie ich später las? Die erste richtige Illustrierte in Deutschland. Neu damals: Die vielen groß aufgemachten Fotos, dazu ein Mix aus paar aktuellen Nachrichten, dem Leserroman, etwas Kultur und Tratsch. Nicht zu schwer verdaulich, dennoch nicht belanglos, und immer auch patriotisch. Man hatte gern mal den Kaiser auf’m Titel. Zu Kriegszeiten wurden eigene Verluste meist verschwiegen, die der anderen dafür umso stärker herausgehoben.

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Lieb-Links von Februar: Über Neukölln, Podcast-Liebe und den Medienkonsum der Kubaner

Gutgemachten Journalismus oder interessante Medien-Artikel teile ich gern bei Twitter. In der Tweetflut gehen sie aber schnell wieder verloren – deshalb gibt’s ab jetzt die „Lieb-Links“: Themen anders als sonst aufgemacht, gut geschriebene Reportagen, Sachen die man selten liest.

So ist sehr unterhaltsam, was der Independent-Ableger indy100 aus dem Treffen zwischen Angela Merkel und Justin Trudeau gemacht hat: Eine ganze Fotoserie im Stil einer, ja, Liebesstory (Foto: ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images).

Ein Abendessen der beiden hat die Fantasie der Journalisten gehörig angefacht: indy100, „Justin Trudeau and Angela Merkel had a candlelit dinner and the internet lost it“

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Sechs Newsletter von Journalisten, die für Journalisten interessant sein könnten

Wie oft die E-Mail schon totgesagt wurde! Altmodisch in der Handhabung, und viral kann sie auch nicht! Als Newsletter aber feiert sie seit kurzem fröhliche Revivals. Klar: Mails sind DAS Mittel zur Kundenansprache, schreibt fast jeder der vielen Onlinemarketing-Ratgeber. Auch mehr und mehr (freie) Journalisten nutzen den Elektrobrief und empfehlen sich so beispielsweise als Spezialisten für ein Themengebiet. Einen guten Newsletter zu finden ist manchmal gar nicht so einfach, habe ich selbst festgestellt. Und empfehle deshalb die folgenden gern weiter!

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pixabay.com, Fotografin: Anne-Onyme (CC0 Public Domain)

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Instagram: Wie Journalisten es nutzen können

China blockiert Instagram, hieß es am Montag. Viele werden sich gewundert haben, dass das Bildernetzwerk in Peking plötzlich als politisch gefährlich gilt. Zugegeben, ich habe Instagram auch lange eher für eine Schnappschuss- und Selfie-Plattform gehalten. Doch es gibt jede Menge gute Fotos, und für Journalisten kann der Kanal mittlerweile als Recherchequelle ganz interessant sein – schon allein wegen der schieren Zahl von etwa 60 Millionen Bildern, die laut Instagram täglich hochgeladen werden.

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Vorreiter mit ihrem Auftritt bei Instagram sind die BBC News.

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Brutale Morde und sintflutartiger Regen: Vier Tipps gegen Floskeln

Die Floskelwolke von Udo Stiehl und Sebastian Pertsch ist seit mehr als einer Woche online, und die beiden Journalisten haben damit einen Nerv getroffen. Etwa 2000 Follower bei Twitter, ebensoviele bei facebook und dazu mehr als 200 Vorschläge – ein tolles Echo auf ein Projekt, das so simpel wie genial ist. Doch fangen wir mal anders an: Wie vermeidet man Floskeln? Was tun gegen die „furchtbaren Morde“, die „Spirale der Gewalt“ oder die „Schneise der Verwüstung“? Auch beim x-ten Bericht über Sommer-Unwetter, Weihnachtsmärkte oder den Nahost-Konflikt Formulierungen zu finden, die nicht abgegriffen sind – das fällt teilweise schwer, gerade unter Zeitdruck. Doch man kann die Floskelwolken schnell ausmerzen mit folgenden Tipps.

Auf Floskelwolke.de sammeln Udo Stiehl und Sebastian Pertsch Formulierungen, die eigentlich auf eine Unwortliste gehören.
Auf Floskelwolke.de sammeln Udo Stiehl und Sebastian Pertsch häufig auftauchenden Phrasen.

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Minireportagen: Beispiele, wie Geschichten in Kürze erzählt werden

Reportagen und Dokus sind die Königsklasse auch im Fernsehen: Der halb- oder einstündige Sendeplatz – das Traumziel vieler Journalisten. Es geht aber auch kürzer, vor allem bei Videoreportagen im Web. Schon gut vier Minuten reichen aus, um das Hauptziel einer Reportage zu erreichen: Einblick in andere Lebenswelten zu geben, von denen Zuschauer sonst ausgeschlossen sind. Weiterlesen

Datenjournalismus selbst probiert – dritter Schritt: noch tiefer nach Daten graben

Jeder hat sich im Web schonmal stundenlang den Wolf gesucht nach den richtigen Zahlen. Wie kommt man schnell an Infos, die nicht in Datenbanken stehen? An der Stelle wird Datenjournalismus eigentlich erst richtig spannend – wenn Zahlen aus normalen Webseiten und Dokumenten herausgekratzt werden müssen.

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