15 Titelblätter, die heute so nicht mehr möglich wären

„Ich hab da was geerbt, das könnte für dich interessant sein“, rief mich ein Verwandter vor Jahren an. Als wir uns trafen, drückte er mir ein dickes, Kilo schweres Bündel in die Hand. Tausende Blatt Papier, die an den Rändern oft schon etwas bröselten. „Alte Zeitungen, und du bist doch Journalist, kannst vielleicht was anfangen damit.“

Es waren Ausgaben der Berliner Illustrirten Zeitung, die ersten von 1911, die letzten von 1919. Warum sie aufgehoben wurden und auch in knappen Kriegszeiten nicht als Kohleanzünder endeten – keiner weiß es. Vielleicht, weil die BIZ einer der herausragenden Zeitungen ihrer Ära war, wie ich später las? Die erste richtige Illustrierte in Deutschland. Neu damals: Die vielen groß aufgemachten Fotos, dazu ein Mix aus paar aktuellen Nachrichten, dem Leserroman, etwas Kultur und Tratsch. Nicht zu schwer verdaulich, dennoch nicht belanglos, und immer auch patriotisch. Man hatte gern mal den Kaiser auf’m Titel. Zu Kriegszeiten wurden eigene Verluste meist verschwiegen, die der anderen dafür umso stärker herausgehoben.

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Lieb-Links von Februar: Über Neukölln, Podcast-Liebe und den Medienkonsum der Kubaner

Gutgemachten Journalismus oder interessante Medien-Artikel teile ich gern bei Twitter. In der Tweetflut gehen sie aber schnell wieder verloren – deshalb gibt’s ab jetzt die „Lieb-Links“: Themen anders als sonst aufgemacht, gut geschriebene Reportagen, Sachen die man selten liest.

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Sechs Newsletter von Journalisten, die für Journalisten interessant sein könnten

Wie oft die E-Mail schon totgesagt wurde! Altmodisch in der Handhabung, und viral kann sie auch nicht! Als Newsletter aber feiert sie seit kurzem fröhliche Revivals. Klar: Mails sind DAS Mittel zur Kundenansprache, schreibt fast jeder der vielen Onlinemarketing-Ratgeber. Auch mehr und mehr (freie) Journalisten nutzen den Elektrobrief und empfehlen sich so beispielsweise als Spezialisten für ein Themengebiet. Einen guten Newsletter zu finden ist manchmal gar nicht so einfach, habe ich selbst festgestellt. Und empfehle deshalb die folgenden gern weiter!

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pixabay.com, Fotografin: Anne-Onyme (CC0 Public Domain)

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Instagram: Wie Journalisten es nutzen können

China blockiert Instagram, hieß es am Montag. Viele werden sich gewundert haben, dass das Bildernetzwerk in Peking plötzlich als politisch gefährlich gilt. Zugegeben, ich habe Instagram auch lange eher für eine Schnappschuss- und Selfie-Plattform gehalten. Doch es gibt jede Menge gute Fotos, und für Journalisten kann der Kanal mittlerweile als Recherchequelle ganz interessant sein – schon allein wegen der schieren Zahl von etwa 60 Millionen Bildern, die laut Instagram täglich hochgeladen werden.

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Minireportagen: Beispiele, wie Geschichten in Kürze erzählt werden

Reportagen und Dokus sind die Königsklasse auch im Fernsehen: Der halb- oder einstündige Sendeplatz – das Traumziel vieler Journalisten. Es geht aber auch kürzer, vor allem bei Videoreportagen im Web. Schon gut vier Minuten reichen aus, um das Hauptziel einer Reportage zu erreichen: Einblick in andere Lebenswelten zu geben, von denen Zuschauer sonst ausgeschlossen sind. Weiterlesen

Die „Freienbibel“: (Fast) alles was ein freier Journalist wissen muss

Ein Handbuch für Freie von Freien: Sowas gibt’s bislang kaum, schon das allein lohnt das Lesen. Speziell in Zeiten, wo immer mehr Journalisten sich vermehrt Gedanken darüber machen müssen, wie sie Aufträge finden. Die vor kurzem erschienene „Freienbibel“ vom Berufsverband „Freischreiber“ lässt deshalb Kollegen aus dem Alltag erzählen. Freie wie Silke Burmester, Pia Volk oder Nikolaus Fecht reden darüber, wie sie ihr Geld verdienen und sich auf dem Markt aufstellen – ob als Experte oder als Gemischtwarenhändler. Generelle Fragen für das Journalistendasein also, dazu Hinweise: Wie verhandelt man richtig, wie sollte man seine Kunden sortieren, und wie sagt man auch mal gekonnt „Nein“ zu einem Auftrag?

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Datenjournalismus selbst probiert – dritter Schritt: noch tiefer nach Daten graben

Jeder hat sich im Web schonmal stundenlang den Wolf gesucht nach den richtigen Zahlen. Wie kommt man schnell an Infos, die nicht in Datenbanken stehen? An der Stelle wird Datenjournalismus eigentlich erst richtig spannend – wenn Zahlen aus normalen Webseiten und Dokumenten herausgekratzt werden müssen.  Weiterlesen