Studiengänge, Qualifikationen: Danach suchen TV-Sender

Das Medienmagazin DWDL hat in einer Serie die Situation von Volontären, Azubis und Praktikanten im Fernsehen unter die Lupe genommen. Das Internetjournal fragte z.B. nach, welches Personal die Privatsender suchen (RTL z.B. für Redaktionen sowie IT und Technik) und welches Studium sie empfehlen. Im eben erschienenen dritten Teil geht es darum, ob die vielen neuen, oft stark spezialisierten Medienstudiengänge auch wirklich einen guten Einstieg ermöglichen. Ein ausführlicher, lesenswerter Überblick.

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„So, wie du es Oma erzählen würdest“ – einem Fernsehbeitrag Struktur geben

Fernsehbeiträge sollen Zuschauer vom ersten Moment an fesseln. Ihr Aufbau hängt unter anderem vom Thema, vom Sendeformat (magazinig vs. nachrichtlich) oder der gewünschten Beitragslänge ab. Wie schon im Posting vom 14.03.2010  beschrieben, sollte der Beitrag einem Spannungsbogen ähnlich wie im klassischen Drama folgen. Einige Grundmuster zeigt der Journalist und TV-Trainer Rolf Breuer in seinem Papier „Erzählen statt Quälen“ auf Seite 12 auf. Sein insgesamt sehr lesenswerter Artikel gibt einen guten Überblick, wie man TV-Beiträge aufbaut und was beispielsweise in ein Treatment gehört, mit dem man ein Thema einer Redaktion anbietet.  Weiterlesen

Förderer des Videojournalismus

10.000 Dollar für eine Auslandsrecherche und Mitarbeit an einem Pulitzer-Projekt: Das winkt den fünf Bestplazierten beim US-weiten Wettbewerb „Project:Report“, den Youtube und das Pulitzer Center für Krisenberichterstattung veranstalten. Nachwuchsjournalisten sollen per Video über Ereignisse berichten, die von klassischen Medien kaum oder gar nicht beachtet werden.

Seit anderthalb Jahren gibt es das Projekt – jetzt wurde erneut ausgezeichnet. Unter den preisgekrönten Beiträgen fällt vor allem einer über einen illegalen Arbeiter aus Haiti auf: Ein atmosphärisch dichter Einstieg, gut plazierte O-Töne der Protagonisten, dazu gut fotografierte Einstellungen – das Drei-Minuten-Stück „Floridas Modern Day Slavery“ von Paul Franz hat vieles, was eine gute Reportage ausmacht.

Übrigens hat das Pulitzer Center bei Youtube Clips mit generellen Tipps zum Videojournalismus eingestellt: Hier gibt u.a. Watergate-Aufdecker Bob Woodward einen kleinen Einblick, auf was es beim investigativen Recherchieren ankommt (zu finden in den Links auf der rechten Seite).

Bildmontage in TV-Beiträgen

Bildauswahl und Schnitt zeigen dem Fernsehzuschauer sofort, in welche Art von Programm er gerade reingezappt ist. In Nachrichtensendungen sind Einsekunden-Einstellungen und trickreiche Blenden kaum vorstellbar, denn hier geht’s vordergründig um Information. Dreisekundenschnitte sind der Standard, und ältere Nachrichtenredakteure erinnern sich noch an Zeiten, wo nicht einmal eine weiche Blende verwendet werden durfte – nur harte Bildschnitte waren erlaubt.

Anders hingegen bei Magazinsendungen oder unterhaltenden Formaten: Hier können Redakteur und Cutter ihre Fantasie und Kreativität zeigen. Hier ein gelungenes Beispiel aus der MDR-Sendung CAFÉ TREND – und bitte gleich danach mal einen tagesschau-Beitrag anschauen :-)!

 

Wie muss ein TV-Beitrag aufgebaut sein?

Schon bevor Redakteur und Kamerateam drehen gehen oder aus gelieferten Bildern einen Beitrag entsteht, muss das dramaturgische Grundgerüst klar sein. Dabei hilft die Frage, was man dem Zuschauer eigentlich erzählen will: Die Antwort darauf sollte sich in einen einfachen Satz fassen lassen (sogenannter Erklär- oder Erzählsatz).

Hat man diesen gefunden, so sortiert man: Wer sind die wesentlichen Akteure einer Entwicklung, wer gibt Pro- und Contra-Stimmen, wie knüpfe ich einen roten Faden, dem der Zuschauer folgen kann? Um das in eine nachvollziehbare Struktur zu sortieren, helfen die klassischen Mittel der Dramaturgie. Denn das Fernsehen nutzt Erzählstrukturen, die schon lange geläufig sind – nicht umsonst wird es von Medienwissenschaftlern auch als „Lagerfeuer der modernen Zeit“ bezeichnet.

Viele Redakteure planen ihren geplanten Beitrag in Form eines Treatments. Für Freie sind zudem Exposés eine Form, ihre Ideen einer interessierten Redaktion anzubieten. Der Filmemacher und Trainer Gregor A.Heussen erklärt auf seiner Website, wie Exposé und Treatment funktionieren, außerdem hat er Tipps zum Verfassen von Textmanuskripten.

Gern wird der Ratschlag gegeben, die ausdrucksstärksten, spektakulärsten oder neuesten Bilder an den Anfang zu setzen. Das mag für Nachrichten oder tagesaktuelle Magazine meist passen, doch für ein Umweltmagazin lässt sich die Geschichte vielleicht anders besser erzählen. Mehr zum Thema auch in meinen Postings So wie Du es Oma erzählen würdest und Wie man einen TV-Beitrag aufbaut – und wie O-Töne dabei helfen.

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