Fazit der Blogparade „Journalismus studieren – ja oder nein?“

„Journalismus studieren – ja oder nein?“ hieß die Frage dieser Blogparade – und es sind gute, interessante Antworten per Blogartikel und Twitter zusammengekommen. Die Tendenz: ein eindeutiges Ja – doch mit ergänzenden Hinweisen.

hoersaal
Nicht Journalismus ODER, sondern Journalismus UND noch eine andere Fachrichtung sollte man studieren – so das Resümee der Blogparade (Foto: Uni Innsbruck, CC BY-NC 2.0).

Hinweis 1: Studiere Journalismus – aber in Kombination mit anderen Fächern!

Es waren zumeist Journalisten, die zum Thema diskutiert haben. Und ihr Berufsalltag zeigt: Ohne zusätzliches Fachwissen aus anderen Bereichen geht es kaum. So ist Timo Stoppacher, der Technikjournalismus studiert hat, überzeugt dass das Wissen aus technischen Fächern ihm viele berufliche Türen geöffnet hat: „Ich weiß, es kann oder will nicht jeder Technikjournalismus studieren. Aber jeder kann (und hier benutze ich doch das Wort) sollte sich Wissen aneignen, von dem man für die journalistische Arbeit zehren kann.“

Ritchie Pettauer aus Wien betrachtet in seinem pointiert geschriebenen Blogartikel das Journalismus-Studium von der anderen Seite: „Mir fallen keine guten Gründe ein, die dagegen sprächen. Keinen Job bekommen kann man auch als Absolvent anderer Fächer, und letztendlich zählt nur die Leidenschaft.“

Hinweis 2: Studium ist das eine – wichtig ist aber auch, wie Du die restliche Zeit nutzt!

Aus eigenem Erleben meint Ritchie: Es zählt das, was man neben dem Studium auf die Beine stellt – bei ihm waren dies Programmieren oder etwa das Gründen eines Kino- und Musikmagazins. Das bringe Praxiserfahrungen und Jobgelegenheiten. Neben drei Thesen zum Journo-Studium hat er drei Tipps für alle, die „irgendwas mit Medien“ machen wollen. Unter anderem diesen:

Journalistische Skills sind nur die halbe Miete. Wenn du über alles technisch perfekt berichten kannst, aber von nichts eine tiefergehende Ahnung hast, bist du austauschbar. Austauschbar und mittelmäßig sind am Job Markt das neue #unbrauchbar. Betrachte deine Journalismus-Ausbildung als Handwerkszeug und eigne dir deine Spezialfähigkeiten im „Selbststudium“ an.

Das Studium nutzen zum Kontakte knüpfen und um Erfahrungen als freier Schreiber zu sammeln, das ist auch aus Bettina Blass‘ Sicht wichtig. „Und: Durch Praktika in ganz unterschiedlichen Medien kann man in aller Ruhe herausfinden, was einem eher liegt: Text, Video, Audio?“

Hinweis 3: Als Journalist sollte man die Mechanismen der eigenen Zunft verstehen!

Als Medienmensch sollte, nein muss man die eigene Praxis immer wieder hinterfragen, gerade heutzutage – und ein Journalismus-Studium kann dafür eine gute Grundlage sein.  Anna von Garmissen, die heute als Medienjournalistin arbeitet,  störte während ihrer Studienzeit die große Distanz zwischen Lehre und Redaktionsalltag.

„Auf der anderen Seite weiß ich jetzt die „öde Theorie“ zu schätzen, die mir die Uni mitgegeben hat – gerade heute, wo unsere Branche vor lauter Wandel und Digitalisierung so ins Taumeln gerät, dass größere Blickwinkel oft verlorengehen,“ schreibt sie in ihrem Gastbeitrag auf diesem Blog. Mittlerweile habe sich bei den Journalismus-Studiengängen auch viel geändert, sie seien praxisnäher geworden.

Katharina Krüger skizziert, was ein gutes Journalismus-Studium ihrer Meinung nach beinhalten sollte: Vermittlungskompetenz, Ethik und Presserecht, Lehrredaktionen und dazu ein Fachgebiet wie Wirtschaft, Recht oder Sport. Und: „.. kein Volontariat inmitten der Uni-Ausbildung, denn das Volo ist oft der Einstieg ins Berufsleben. Ein Studium, das ihr noch beenden müsst, nervt kolossal, wenn ihr erst einmal gearbeitet und Geld verdient habt.“

Hier nochmal alle Artikel der Blogparade:

Auch bei Twitter haben einige mitdiskutiert, etwa Nicola Wessinghage oder Joachim Dresdner. Vielen Dank an alle und auch an die Plattform blogparaden.de fürs Verlinken :)!

 

 

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