Minireportagen: Drei Beispiele, wie Geschichten in Kürze erzählt werden

Reportagen und Dokus sind die Königsklasse auch im Fernsehen: Der halb- oder einstündige Sendeplatz – das Traumziel vieler Journalisten. Es geht aber auch kürzer, vor allem bei Videoreportagen im Web. Schon gut vier Minuten reichen aus, um das Hauptziel einer Reportage zu erreichen: Einblick in andere Lebenswelten zu geben, von denen Zuschauer sonst ausgeschlossen sind. Ein schönes Beispiel:  „Cuba Skate“ – eine Reportage, die von attraktiven Bildern und einem Skater lebt, der über sein Land und sein Hobby zu erzählen weiß und sympathisch rüberkommt. Dies ist sowieso einer der wichtigsten Punkte in der Vorbereitung eines Reportagedrehs: Gute Protagonisten finden, die auch unter Beobachtung natürlich agieren und die die Kamera sozusagen liebt.

Sehr gelungen ist auch der MDR-Beitrag über Elektronikfans aus Halle, die alte DDR-Computer und -Spielautomaten aus Abrißfabriken retten. In gut sieben Minuten wird nicht nur das ungewöhnliche Hobby nähergebracht, sondern auch etwas über den Zeitgeist der achtziger Jahre in der DDR vermittelt.

Immer wieder gute Minireportagen liefert die Plattform VICE. Eindringlich ist das Video über einen jungen britischen Muslim, der zum Kämpfen nach Syrien ging. Was besonders auffällt: Der Reporter nimmt eine beobachtende Position ein und verkneift sich jede Art von Wertung – anders als es im deutschen Fernsehen oft passiert.

Guten Lesestoff zur (Fernseh-)Reportage gibt es als Arbeitspapier von Bodo Witzke vom ZDF, und beim Reporterforum findet sich neben vielen Reportagen auch ein Interview mit der Journalistin Sabine Rückert, in dem sie beschreibt, wie sie eine Reportage erarbeitet. Too long, didn’t read? Für den Fall gibt es eine Liste des journalist mit sieben goldenen Thesen für Reporter.

 

 

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