Als Journalist starten: Tipps für frische Freie, diesmal von Bettina Blaß

Geld, Immobilien, Versicherungen: Das sind die Themen, mit denen Bettina Blaß seit 14 Jahren vorrangig ihr Geld verdient – elf Jahren schon arbeitet sie als Freie. Was Kollegen manchmal als „Erbsenzählerei“ belächeln, lässt sie als Verbraucherjournalistin gut leben. „Das ist das Schwarzbrot, und dafür zahlen meine Kunden so, dass ich mir Croissants leisten kann“, meint die Kölnerin scherzhaft. Ihre Croissants, das sind ihre e- und i-books sowie ihre sehr sehenswerten Instagram-Aufnahmen. Die freie Wirtschaftsjournalistin lehrt außerdem Online-Journalismus an der Uni Mainz und bloggt mit Timo Stoppacher unter fitfürjournalismus.de.

Bettina Blaß (Foto: privat)
Bettina Blaß (Foto: privat)

Ein breites Portfolio mit viel Erfahrung also – DEN Supertipp für junge Freie zu geben sei jedoch schwer. „Für Medieneinsteiger war es noch nie so schwierig wie heute, gut bezahlte Arbeit zu finden“, glaubt sie. Deshalb rät Bettina: Möglichst viel Praxiserfahrung sammeln! Doch nicht mit einem sechsten oder siebten Praktikum, sondern als freier Autor: „Um Gefühl für die Selbständigkeit zu gewinnen und etwas Geld zu verdienen“.

Sehr wichtig für die Existenz als Freier ist aus Sicht der Kölnerin eine fundierte Ausbildung, also ein cross- und multimediales Volontariat oder ein Studium, durchaus auch mit Journalismus als Schwerpunkt. Die Journalismus-Studiengänge, von denen früher oft abgeraten wurde, hätten sich entwickelt: „Die sind zumeist nicht mehr so theoretisch, sondern blicken über den Tellerrand und enthalten viel wichtigen Lernstoff, etwa zum Thema Fernsehen, Online und Print.“

Ihr Spezialgebiet, der Verbraucherjournalismus, ist eine gut zahlende Nische, die inzwischen auch viele freie Fachautoren zählt. „In den letzten anderthalb Jahren wurden viele Verbraucherjournalisten entlassen, so dass der Markt eigentlich gedeckt ist“, schätzt Bettina Blaß die Lage ein. Andererseits hört sie wiederholt von Auftraggebern, dass es zu wenig gute Schreiber gebe. Andere empfehlenswerte Bereiche: die Geobranche sowie juristische Verlage und Medienangebote. Auch Internetthemen unter Verbraucherschutzaspekten werden zunehmend gefragt: „Wie löscht man ein facebook-Profil oder wie schütze ich mein Handy vor Schadsoftware, solche Dinge werden immer wichtiger.“

Günstig bei Verbraucherthemen und gut für’s Journalistenkonto: Vieles lässt sich zweitverwerten. „Das geht vor allem bei Kunden gut, die unterschiedliche Medien bedienen“, erklärt Bettina. Ihr Tipp: Ein Thema, das für ein Magazin oder eine Tageszeitung recherchiert und geschrieben wurde, lässt sich mit neuen Infos angereichert beispielsweise auch für eine Unternehmenswebseite oder einen Textdienst (etwa „Die Redaktion“) nutzen.

Was auf Bettina Blaß‘ Webseiten auffällt, sind ihre gelungenen Instagram-Fotos sowie etliche veröffentlichte e-books und i-books. „Ich experimentiere gern, weil ich ja Onlinejournalismus unterrichte“, erzählt sie über ihre Hobbies. Darüber hinaus empfiehlt sie dieses Ausprobieren auch anderen Medienmachern: „Man braucht Innovationen, um am Markt zu bleiben. Allerdings muss man zunächst so gut verdienen, dass man sich Innovationen leisten kann.“

Bettina Blaß ist bei Twitter, bloggt bei Tumblr (hier und bei flickr stellt sie ihre Instagram-Fotos ein), schreibt ihr Blog „Wirtschaft verstehen“  und ist auch bei Google+ zu finden. Einen Überblick gibt’s auch auf ihrer about.me-Seite. Was würdet Ihr denn neuen Freelancern raten, wo seht Ihr Nischen im Journalismus? Oder seid Ihr selbst grad am Start? Kommentiert, twittert oder mailt: @heiko_LE bzw. medienpraxis [kringel] gmx-topmail [punkt] de.

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3 Gedanken zu “Als Journalist starten: Tipps für frische Freie, diesmal von Bettina Blaß

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