Als Journalist starten: Tipps für frische Freie – diesmal von Timo Stoppacher

Timo Stoppacher schreibt mit Bettina Blass auf fitfürjournalismus.de über erfolgreiches Selbständigsein, hat die acht DJV-Thesen zur Journalismus-Zukunft mitentwickelt und kürzlich in einer Blogparade gefragt, was Redakteure heute denn alles können sollten. Als Spezialist für die Themenfelder Technik, Smartphones und Internet schreibt er unter anderem für das t3n-Magazin, bringt darüber auch Bücher heraus und gibt Seminare zum Bloggen sowie zur Existenzgründung freier Journalisten. Genau der Richtige also für die Frage, wie man den richtigen Einstieg in die Medienwelt findet und wo sich Nischen bieten.

Timo Stoppacher (Foto: privat)
Timo Stoppacher (Foto: privat)

Timos wichtigster Rat: „Suche Dir schnell einen Plan B“ – weg vom schlecht bezahlten Zeilenjournalismus hin zu einem Spezialfeld, das trägt. Und: Verdiene Geld auch anders als mit Journalismus. „Das Halten von Seminaren wird fast immer besser bezahlt als Artikel“, weiß er aus seiner eigenen Erfahrung. Timo rät zu Zweit- und Drittstandbeinen und nennt das Beispiel einer freien Kollegin, die als Schreiberin über Ernährungsthemen begann und inzwischen selbst Ernährungsberatung anbietet. „Klar kann sich nicht jeder auf diese Weise ein zusätzliches Verdienstfeld schaffen, aber so etwas ist ratsam, auch um der Gefahr der Scheinselbständigkeit zu entgehen.“

Nischen finden sich in sehr vielen Bereichen, ist sich Timo sicher. Man sollte von den eigenen Interessen ausgehen: „In einem Modeblog-Workshop hatte ich mal eine Teilnehmerin, die sich sehr für Pferde interessierte. Ihr fiel irgendwann auf, dass es keine Blogs über schicke Reitsportbekleidung gibt.“ Vor allem die Technik biete immer neue Möglichkeiten: „Als ich 2008-2009 mit dem Schreiben über Smartphones begann, gab es dazu wenige Zeitschriften. Jetzt existieren viele, allein zum iPhone findet man mehrere Mags.“ Außerdem ein lukratives Feld:  Erneuerbare Energien – „sowohl was die technischen Aspekte angeht als auch die der Politik“. Auch die Sparte der Koch-, Back-, Landlust- und Selbermachmagazine boome, genauso wie tiefgründige Wirtschaftsberichterstattung.

Auch auf der PR-Schiene sieht Timo Bedarf: „Ich habe neulich gelesen, dass ein Drittel aller mittelständischen Firmen noch keine Webseite hat.“ Ebenso würden Technische Redakteure in großer Zahl gebraucht. Trotz Spezialisierung: „Nicht zu einseitig sein“, rät Timo. Er selbst habe auch viele Kunden, für die er Pressemitteilungen oder Werbeprospekte texte, auch für die Webseite eines neuen Einkaufszentrums hat er kürzlich Texte geschrieben. Etwa ein Viertel seiner Arbeitszeit ist er für Auftraggeber tätig, die nicht dem klassischen Journalismus zuzuordnen sind.

Timo Stoppacher ist zu finden bei Twitter, hat seine eigene Website und sein Blog meistensdigital und ist bei Google+ aktiv. Was würdet Ihr denn neuen Freelancern raten, wo seht Ihr Nischen im Journalismus? Oder seid Ihr selbst grad am Start? Kommentiert, twittert oder mailt: @heiko_LE bzw. medienpraxis [kringel] gmx-topmail [punkt] de.

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5 Gedanken zu “Als Journalist starten: Tipps für frische Freie – diesmal von Timo Stoppacher

  1. Claus 16. Januar 2014 / 11:42

    He? Dass „ein Drittel aller mittelständischen noch keine Webseite hat“, halte ich für eine ebenso unglaubwürdige wie unbewiesene Gehauptung. Aber gesetzt, sie wäre wahr : was müsste man denn bei diesen ignoranten Hinterwäldlern für Aktionen bringen, damit sie einen nebenverdienenden Journalisten mit einer Webseite beauftragen? So wie ich das kenne (und ich habe eine Zeitlang Webseiten angeboten) , wollen solche Leute gar keine Webseite, weil ihr Geschäft auch ohne Web wunderbar läuft.

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    • Fabio 16. Januar 2014 / 12:24

      Müsste nicht jede Behauptung sowie Gegenbehauptung bewiesen werden? Ich glaube zudem, dass es weitere Märkte gibt als nur die hier beschriebenen „ignoranten Hinterwäldler“. Es geht heute als Unternehmer nicht mehr darum eine eigene Webseite zu haben (die gibt es im Web mittlerweile umsonst an jeder Ecke), sondern eine Markenwahrnehmung zu schaffen, die mittels gutem multimedialen Content auf einer eigenen Webseite, als auch in den Social Media wie Facebook & Co., stattfindet.

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