Datenjournalismus selbst ausprobiert – erster Schritt: Excel begreifen

Mathe war nie mein Lieblingsfach, und das Statistikseminar an der Uni – naja, besser Schwamm drüber. Jetzt aber kasteie ich mich freiwillig mit Zahlenbergen und Excel-Tabellen: Denn ich will die Grundlagen des Datenjournalismus lernen, zumindest begreifen. Zum einen hoffe ich, dass man beim Datenkramen neue, interessante Themen und Zusammenhänge findet. Zum anderen gibt es immer mehr öffentlich verfügbare Daten, und der versierte Umgang damit wird ein Plus und vielleicht auch ein Muss für jeden (freien) Journalisten sein: „Daten sind das neue Öl“. In den kommenden Wochen und Monaten will ich hier ein kleines Datenjournalismusprodukt – zu welchem Thema, steht noch nicht fest – zustande zu bringen: als Infografik, als Tabelle, wie auch immer.

Wo sind also die Webseiten, die Einsteiger-Tutorials, die auch von mathematischen Nullnummern wie mir begriffen werden? Muss ich programmieren können, oder gibt es einfache Tools, die jedermann bedienen kann?

sod_11Eine erste Googlesuche: Die Trendblogger definieren Datenjournalismus als „Journalismus von Journalisten, die programmieren können“. Anderswo – z.B. in einem Artikel von Lorenz Matzat für den journalist – heißt es, dass man Tabellenkalkulationsprogramme wie Excel oder OpenOffice beherrschen sollte, für den Rest existieren oft weitere Tools im Netz. Das macht Mut – also, ran an Excel!

Das Verstehen der Kästchen und der darin eingetragenen Werte ist wohl schon ein Indiz dafür, ob man überhaupt Datenjournalismus-geeignet ist. So sieht es zumindest Bettina Taylor, die im Werkzeugkasten des Datenjournals ihr Arbeiten mit Excel beschreibt und in einem Video ein paar recht einfache Funktionen zeigt.

Das „Tutorial: Crashkurs Excel für Datenjournalismus“ von OpenDataCity geht da bereits weiter – mir allerdings in diesem ersten Schritt zu weit. Ich will erstmal generell verstehen, wie Excel funktioniert!

Und das macht auf einfache Weise das englischsprachige Blog School of Data klar. Der sehr verständliche Onlinekurs hat ein Extrakapitel zum Thema Excel: „Sort and Filter: The basics of spreadsheets“. Das Gelesene kann mit Übungen gleich ausprobiert werden. Dafür empfiehlt es sich, vorher einen Google-Account anzulegen, da mit Google docs gearbeitet wird. Die Übungen klappen meist auf Anhieb, als Schnelltest gibt es zum Ende eines jeden Abschnitts Fragen und kleine Aufgaben.

Wer mit den Grundlagen starten will, kann auch das Spreadsheet-Tutorial des Knight Digital Media Centers probieren. Hier wird alles Schritt für Schritt erklärt, vom Aufbau einer Exceltabelle bis zum Import von Daten. Auch hier gibt es gezielte Anleitungen – Schnelltests wie bei School of Data, ob man das Gelesene auch wirklich anwenden kann, fehlen jedoch. Der School of Data-Kurs ist deshalb erstmal mein Favorit. Das KDMC – beheimatet an der Berkeley Graduate School of Journalism – bietet übrigens noch viel mehr freie Tutorials an, nicht nur zum Thema Daten. Gute und einfach zu verstehende Excel-Einführungen in Deutsch existieren übrigens kaum.

Hier nochmal einige wichtige Links zusammengefasst:

Wer von Euch hat Tipps für Tutorials oder versucht sich auch im Datenjournalismus? Schreibt mir: medienpraxis [kringel] gmx-topmail [punkt] de.

Anyone can do it. Data journalism is the new punk. (Simon Rogers, Editor des Guardian Data Blog)

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