Datenjournalismus: „Der große Wandel kommt noch“

Das meint jedenfalls Lorenz Matzat in seinem Beitrag zum redaktionellen Umgang mit Daten und zur Zukunft der Berichterstattung. Der Politikwissenschaftler und Medienpädagoge sieht im data-driven journalism eine immer wichtiger werdende Nische, mit der sich jeder Journalist auseinandersetzen sollte. Mehr noch: Der öffentliche Zugang zu Datenbanken sowie die Möglichkeit, gewonnene Infos mit speziellen Tools zu visualisieren, machen künftig Datenjournalisten notwendig. Redakteure also, die sowohl gut recherchieren als auch Daten bewerten können und außerdem wissen, was technisch in ihrem Medium umsetzbar ist. 

Gleichzeitig meint Matzat, dass ein Teil der klassischen Redakteurstätigkeiten – etwa das Einkürzen von Agenturmeldungen – künftig automatisiert werden könnte. Für Teile der Journalismusbranche stehe der große Umbruch somit noch bevor.  Wer also kein Star-Reporter ist und keine Feuilletonfeder, könne sich neu orientieren – und auf „Recherchereise in Datenberge“ gehen.

Wer sich mit Datenjournalismus vertraut machen möchte: Matzat schreibt darüber in seinem Blog. Felix Disselhoff gibt in einem Meedia-Artikel neben Einsteiger-Tipps auch Hinweise auf kostenlose Softwaretools zum Visualisieren der gewonnenen Daten.

Wie man Informationen und Zusammenhänge in eindrucksvolle Grafiken packen kann, zeigt Gregor Aisch auf seinem Blog vis4.net. Der 27-jährige studiert in Magdeburg Computervisualistik und hat z.B. eine Grafik gebastelt, die die Zahl der von Wikileaks veröffentlichten und noch nicht veröffentlichten Diplomatendepeschen, der cables, zeigt (siehe unten).

Vorreiter im Datenjournalismus sind – wieder einmal – Medien in den USA und Großbritannien: Etwa die New York Times mit ihrer Datenbank aller Guantanamo-Gefangenen – oder der Guardian mit seinem Data Blog, den das Magazin Breitband vom Deutschlandradio für eine Reportage besucht hat.

Deutschlandradio: Bei den Machern des Guardian Data Blog (MP3)

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