Journalistendeutsch Teil 5

die Flurschelte: gemeint ist die Auswertungsrunde nach einer Sendung, zu der sich Redakteure und der verantwortliche CvD sammeln. Der Begriff ist vor allem in Fernsehredaktionen geläufig, z.B. bei den ARD- oder ZDF-Nachrichten. Zur Sprache kommen eventuelle technische Probleme in der Regie, ebenso redaktionelle Fehler oder was man den Zuschauern anschaulicher hätte erklären können. Oft hört man aber auch: „Haben wir gut gemacht“, „Das war schön eingeordnet“, „prima Beitrag“.

der CvD (Chef vom Dienst): in Fernseh- und Hörfunkredaktionen der Redakteur, der für eine Sendung den Hut auf hat – sowohl was die Auswahl, die Platzierung als auch die Aufbereitung der Themen angeht. Er nimmt alle geschriebenen Texte sowie die Beiträge ab.  Außerdem ist er für die Arbeitsorganisation im Team verantwortlich. Bei Tageszeitungen koordiniert der CvD v.a. die Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen wie etwa der Redaktion, der Anzeigenabteilung oder der Herstellung. Er ist z.B. verantwortlich dafür, dass die fertig layouteten Zeitungsseiten rechtzeitig ans Druckhaus übermittelt werden bzw. genügend Platz für die Anzeigen bleibt.

der Sitzredakteur: nur noch selten auftauchender Begriff für den im Impressum aufgeführten verantwortlichen Redakteur im Sinne des Presserechts. Als Deutschland noch einen Kaiser hatte, wurde der genannte Redakteur bei regierungskritischen, oftmals anonymen Beiträgen im Blatt auch mal inhaftiert. Da manche Blätter nicht wiederholt für längere Zeit auf wichtige Schreiber verzichten wollten, benannte man als verantwortliche Redakteure andere, auf die man leichter verzichten konnte und die die gerichtlich verhängten Haftstrafen dann „absitzen“ mussten.

„bunte Themen“ (soft news): alles, was nicht zu den sogenannten hard news zählt also zu den Nachrichtenkategorien Politik, Wirtschaft, Kultur, Soziales oder Wissenschaft und Technik. Das unerschöpfliche Thema Wetter ist ebenso „bunt“ wie Promi-News, Skurriles, Skandale oder Sex and Crime (hier und da als „Rotlicht – und Blaulichtgeschichten“ betitelt). Die Unterscheidung zwischen hard und soft news stammt aus dem US-Journalismus. Ob bunte Themen in der seriösen Berichterstattung eine Rolle spielen sollten oder nicht, wird unter Redakteuren immer wieder diskutiert. „Das gehört zur Lebenswirklichkeit“ und „sowas interessiert die Zuschauer/Leser“ sagen die einen – „banal“ und „schreierisch“ finden’s die anderen.

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